Schreibaby, Schreikinder

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen

Jupiterimages/iStockphoto
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Von Geburt an ist Schreien für lange Zeit die einzige Möglichkeit für ein Baby, seine Bedürfnisse auszudrücken. Hat es Hunger, schreit es. Drückt die Luft im Bauch, schreit es ebenfalls. Oder wenn es ihm zu warm ist, zu kalt, zu laut oder es sich einsam fühlt. Ein sogenanntes Schreibaby aber schreit häufiger, anhaltender und aus scheinbar unerklärlichem Grund – und lässt sich kaum bis gar nicht beruhigen.

Schreien ist besonders im ersten Lebensjahr also völlig normal – alle Babys schreien, und zwar etwa ab der zweiten Lebenswoche sehr viel (zumindest gefühlt) und vorwiegend nachmittags und in der ersten Hälfte der Nacht. Für gewöhnlich gibt es aber einen erkennbaren Grund und der Säugling lässt sich nach einer Weile beruhigen.

Was ist ein Schreibaby?

Als sogenannte Schreikinder oder Schreibabys werden Säuglinge bezeichnet, die

  • an mindestens drei Tagen in der Woche
  • mehr als drei Stunden am Tag schreien, quengeln oder reizbar sind,
  • und das außerdem über mindestens drei Wochen.

Schreibaby oder Schreikind ist die allgemein gebräuchliche Benennung. Genau genommen gehört exzessives Schreien aber zu den Regulationsstörungen und nimmt meist einen typischen Verlauf:


Je nach Häufigkeit und Dauer des Schreiens und auch, wenn das Baby sich gar nicht beruhigen lässt, kann das an den Nerven der Eltern zerren:

Dreimonatskoliken

Lange Zeit wurden Schreikinder automatisch mit dem Begriff Dreimonatskolik in Verbindung gebracht. Mittlerweile weiß man, dass nur selten eine Dreimonatskolik (Magen-Darm-Beschwerden bzw. Blähungen in den ersten drei Lebensmonaten) Ursache für exzessives Schreien ist. Häufig sind diese Beschwerden erst eine Folge des Schreiens, da die Babys dabei viel Luft schlucken.

Daher werden Schreikinder inzwischen dem Sammelbegriff der Regulationsstörung zugeordnet. Regulationsstörungen im Säuglings- und Kleinkindalter (0-3 Jahre) umfassen neben dem exzessiven Schreien auch beispielsweise Schlafstörungen und Fütterungsstörungen.

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