Entwicklung Baby – 5. Monat

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen

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Liebend gerne untersuchen Babys im 5. Monat Spielzeuge, die eigenen Hände und Füße oder das Gesicht der Eltern oder Geschwister. Dabei fällt es Ihrem Baby nun täglich leichter, seine Motorik zu koordinieren.

Etwa ab dem 5. Monat ist der Saugreflex, den Sie besonders beim Neugeborenen leicht durch Berühren des Gaumens auslösen konnten, verschwunden. Das Baby saugt jetzt nicht mehr automatisch sondern ganz bewusst.

Zwischen dem (frühestens) 5. Monat und dem (spätestens) 7. Monat ist es außerdem an der Zeit, mit der Beikost zu beginnen. Vielen Kindern reichen die Milchmahlzeiten nun nicht mehr aus und sie zeigen Interesse an anderer Nahrung, indem sie zum Beispiel vermehrt sabbern und auf Dingen herumkauen.

Überstürzen Sie aber nichts! Mit fünf Monaten muss Ihr Baby noch nicht zwingend an den ersten Brei herangeführt werden. Einige Säuglinge sind jetzt schon bereit für den ersten Brei, andere noch nicht.

Viele Babys schlafen im 5. Monat bereits länger am Stück: Sechs bis acht Stunden durchgehender Nachtschlaf sind jetzt keine Seltenheit. Es ist aber auch nicht ungewöhnlich, wenn Ihr Kind noch keinen zu Ihrem Alltag passenden Schlaf-Wach-Rhythmus gefunden hat.

Das kann Ihr Baby jetzt

Ob das Kuscheltier, die Spieluhr oder die eigenen Körperteile: Jetzt wird erforscht! Im 5. Monat kann der Säugling schon gezielt nach Dingen greifen und diese festhalten. Seine Hand-Augen-Koordination verbessert sich stetig, sodass es immer seltener ins Leere greift. Mit beiden Händen dreht und wendet Ihr Baby alles, was es greifen kann, um es genau zu betrachten. Aber auch das Gesicht von Mama oder Papa ist interessant und wird nun betastet.

Auch kleinere Gegenstände untersucht das Baby schon ohne Probleme. Um die Struktur und die Oberflächenbeschaffenheit verschiedener Objekte zu untersuchen, verwenden Säuglinge in dieser Zeit noch vorwiegend den Mund (orale Phase) – Dinge werden abgelutscht, gekaut und auch abgeleckt. Immer mehr aber werden Dinge auch mit den Augen genau betrachtet (visuelles Erkunden).

Allerdings muss er das Loslassen noch lernen. Wenn Ihr Baby anscheinend wütend mit einem Spielzeug in der Hand herumfuchtelt, kann es sein, dass es ihm gerade nicht gelingt, dieses Spielzeug loszulassen.

Achtung: In der oralen Phase müssen Sie genau aufpassen, was Ihr Baby in die Finger bekommt. Denn es nimmt auch kleinste Dinge in den Mund und kann diese aus Versehen verschlucken.

In Bauchlage strecken nun viele Babys Arme und Beine von sich und heben den Kopf und die Schultern an – eine wichtige Übung, die die Muskeln von Rücken und Nacken trainiert und auf das Sitzen und Krabbeln vorbereitet.

Das nimmt Ihr Baby wahr

Wenn Sie Ihrem Kind nun einen Spiegel vorhalten, wird es sich vermutlich selber zulächeln. Noch erkennt das Baby nicht, wer das dort im Spiegel ist, sondern hält sein Spiegelbild für einen möglichen Spielkameraden.

Im 5. Monat wird Ihr Baby allmählich auch erkennen können, ob Sie freundlich oder ernst mit ihm sprechen. Auf freundliche Worte wird es vermutlich mit Lächeln oder Glucksen antworten. Ernste Worte können bei ihm nun bestenfalls Erstaunen, vielleicht aber sogar Angst auslösen. Es kann nun außerdem Ihren Gesichtsausdruck mit Ihrer Stimmung verbinden.

So reagiert Ihr Baby

Das Baby lernt nun zunehmend, seine Bedürfnisse ohne Schreien auszudrücken. So streckt es Ihnen zum Beispiel seine Arme entgegen, wenn es hochgenommen werden möchte.

Im 5. Monat können Sie außerdem vielleicht schon beobachten, wie Ihr Kind Selbstgespräche führt, indem es fröhlich in seiner ganz eigenen Sprache vor sich hinplappert. Es wird jetzt immer häufiger nicht nur einzelne Laute sondern bereits Silben aneinanderreihen ("dadada", "lalala"). Außerdem versuchen Babys in diesem Alter, vorgesprochene Laute nachzuahmen.

Jedes Kind entwickelt sich individuell. Die genannten Entwicklungsschritte können daher nur Anhaltspunkte sein. Wenn Ihr Baby von dieser Entwicklung abweicht, ist das kein Grund zur Besorgnis. Wenn Sie dennoch beunruhigt sind, besprechen Sie sich mit Ihrem Kinderarzt.

Tipps für den 5. Monat

Nicht selten wirken Babys im 5. Monat unzufriedener und weinerlicher als bisher – sie möchten überall dabei sein, sind aber noch nicht mobil und daher davon abhängig, von den Eltern herumgetragen zu werden.

Tun Sie Ihrem Baby den Gefallen und versuchen Sie, es am Alltag teilnehmen zu lassen, ohne es aber körperlich einzuschränken. Legen Sie Ihr Baby beispielsweise auf eine dicke Decke, die Sie immer dort neben sich legen, wo sie gerade zu tun haben. Das Baby kann so alles beobachten, ist aber in seiner Bewegung nicht eingeschränkt (wie etwa in einem Hochstuhl oder in einer Wippe) und kann versuchen, seine Umgebung auch selbstständig zu entdecken. So trainiert es seine Muskeln und die Koordination, was in Kürze dazu führt, dass es Krabbeln oder Robben kann.

Aus dieser Situation können Sie auch ein Spiel machen: Legen Sie Ihr Kind in Bauchlage auf die Decke und ziehen Sie es langsam durch die Räume, wobei Sie immer kommentieren, in welchem Raum Sie sich befinden. Das vermittelt dem Baby einen Vorgeschmack auf das spätere Krabbeln und bringt ihm seine Umgebung näher.

Das ist im 5. Monat wichtig

Im 5. Monat ist es Zeit für folgende Impfungen:

Bei der Kombinationsimpfung können Sie zwischen zwei Varianten entscheiden:

All diese Impfungen können auch als Einzelimpfungen verabreicht werden.

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