Entwicklung Baby – 2. Monat

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen

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Im 2. Monat nimmt Ihr Baby seine Umgebung immer aufmerksamer wahr. Es kann sein Schreien jetzt je nach Grund varrieren. Vermutlich erkennen Sie jetzt, ob es hungrig ist oder müde, ob es eine neue Windel braucht oder Ihre Nähe sucht. Wenden Sie sich Ihrem Säugling sofort zu, wenn er schreit: In dieser Zeit können Babys sich noch nicht selbst beruhigen, sondern brauchen dafür Ihre Hilfe!

Im Gegensatz zu den ersten Wochen wird Ihr Baby im 2. Monat deutlich aktiver. Es rudert ausgiebig mit Armen, Händen und Beinen, strampelt und bildet die ersten Laute, die aus Vokalen bestehen – die ersten Schritte auf dem Weg zur Sprache. Diese Phase wird auch Lallperiode genannt, weil Babys nun gleiche Laute häufig aneinanderreihen.

Das kann Ihr Baby schon

Viele Säuglinge können nun den Kopf kurzzeitig in Bauchlage im 45-Grad-Winkel anheben. Zudem ist die Körperhaltung des Babys jetzt deutlich entspannter. Liegt es auf dem Rücken, kommt es jedoch noch nicht gegen die Schwerkraft an. Seine Bewegungen sind weiterhin unkoordiniert. Die ersten Greifversuche wandern meist ins Leere, jedoch öffnet das Baby jetzt hin und wieder seine kleinen Hände, die bisher meist zur Faust geschlossen waren. Einfache Gegenstände können gehalten werden, wenn Sie diese dem Baby in die Hand geben.

Zudem spielen Säuglinge im 2. Monat vielleicht schon mit den eigenen Fingern oder betrachteen ihre Hände. Vertraute Gesichter oder Gegenstände kann das Baby jetzt mit den Augen verfolgen.

Das nimmt Ihr Baby wahr

Nachdem das Baby in den ersten Wochen vorwiegend damit beschäftigt war, sich an die neuen Umstände anzupassen, wird im 2. Monat die Umwelt immer interessanter und wichtiger. Der Säugling nimmt Bilder und Geräusche deutlicher wahr als kurz nach der Geburt und folgt einem Gegenstand schon neugierig mit den Augen oder dem ganzen Kopf, wenn dieser in einem Abstand von etwa 20 bis 25 Zentimetern bewegt wird.
Das zunehmend bessere Sehen führt dazu, dass das Baby das soziale Leben interessiert verfolgt. Das wiederum macht neugierig und fördert die sprachliche, geistige und motorische Entwicklung.

So reagiert Ihr Baby

Wenn das Baby etwa sechs Wochen alt ist, reagiert es zum ersten Mal bewusst mit einem Lächeln: Auslöser ist zum Beispiel der Anblick eines freundlichen Gesichts, unabhängig davon, ob es sich um eine bekannte Person, einen Fremden oder ein aufgemaltes Gesicht handelt. Es kann nun einen Zusammenhang herstellen zwischen einem Gefühl (z.B. Aufregung) und der Reaktion einer Bezugsperson (z.B. beruhigende Stimme).

Zudem antwortet das Baby zunehmend mit verschiedenen Lauten auf vertraute Stimmen. Es gurrt, schnalzt und wiederholt endlos Vokale ("aaaaa", "oooo", …). So trainiert es die bisher zufälligen Bewegungen der Muskeln von Lippen, Zunge und Kehlkopf und lernt, sie zu kontrollieren – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Spracherwerb.

Jedes Kind entwickelt sich individuell. Die genannten Entwicklungsschritte können daher nur Anhaltspunkte sein. Wenn Ihr Baby von dieser Entwicklung abweicht, ist das kein Grund zur Besorgnis. Wenn Sie dennoch beunruhigt sind, besprechen Sie sich mit Ihrem Kinderarzt.

Tipps für den 2. Monat

Im 2. Monat sind Babys neugierig darauf, was um sie herum geschieht. Besonders gerne beboachten Babys aus der Rückenlage heraus oder aufrecht auf ihrem Arm ihre Umgebung. Nutzen Sie das Interesse und unterstützen Sie diese Neugier! Gehen Sie beispielsweise mit dem Kinderwagen unter Bäumen spazieren. Ihr Baby wird fasziniert die Baumkronen und den Wechsel von Licht und Schatten in den Blättern betrachten.

Über der Wickelkommode oder über einem festen Platz im Wohn- oder Kinderzimmer können Sie ein Mobile anbringen. Wenn Sie ein robusteres Modell haben, können Sie es so tief hängen, dass Ihr Baby mit den Händen dagegen schlagen kann.

Aber egal ob Äste und Blätter, ein Mobile oder andere Dinge: Ihr Baby wird jetzt alles spannend finden, was sich – nicht zu schnell – vor seinen Augen bewegt.

Das ist im 2. Monat wichtig

Im 2. Monat steht eine Vorsorgeuntersuchung an, falls Sie diese nicht schon im 1. Monat wahrgenommen haben:

Nehmen Sie die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahr – sie dienen dazu, Entwicklungsstörungen oder -verzögerungen frühzeitig zu erkennen. Je früher Probleme erkannt werden, desto besser kann man sie behandlen. Außerdem können Sie diese Termine dazu nutzen, Unsicherheiten und Fragen direkt mit dem Kinderarzt zu besprechen.

Ab einem Alter von 6 Wochen können Sie beim Kinderarzt außerdem die erste Impfung gegen Rotaviren vornehmen lassen.


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