Entwicklung Baby – 12. Monat

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Mit dem 12. Monat endet die Babyphase Ihres Kindes. Bald ist es ein Jahr alt und wird dann als Kleinkind oder Kleinstkind (bis 3 Jahre) bezeichnet. Es ist jetzt etwa eineinhalb Mal so groß und drei Mal so schwer wie nach der Geburt.

Das kann Ihr Baby jetzt

Es ist nun an der Zeit, dass Ihr Kind zusätzlich zur Feinmotorik die Grobmotorik trainiert – die Bein-, Rücken- und Armmuskeln wollen beschäftigt werden. Beine und Rücken werden durch den aufrechten Gang trainiert. Das Armtraining wird Ihnen Ihr Kind demonstrieren, indem es mit Vorliebe alles, was es in die Hände bekommt, durch die Gegend wirft.

Dinge zu werfen gehört zur natürlichen Entwicklung Ihres Kindes dazu! Unterdrücken Sie diesen Drang nicht, aber lenken Sie ihn in ungefährliche Bahnen: Sobald Ihr Kind mit einem ungeeigneten Gegenstand wirft, geben Sie ihm einen weichen Ball in die Hand und sagen Sie beispielsweise "Den Ball darfst du werfen". Ihr Kind erkennt die Worte "Ball / werfen" und wird sich mit der Zeit merken, dass der Ball zum Werfen geeignet ist.

Im 12. Monat wagen einige Kinder auch schon die ersten freien Schritte – andere lassen sich damit wiederum bis zum 18. Monat Zeit. Die ersten Schritte werden wackelig sein, vermutlich läuft Ihr Kind auch die erste Zeit auf den Zehenspitzen und stakst durch die Gegend, weil es beim Laufen die Knie zunächst nur wenig beugt.

Trotz großer Fortschritte in der Grobmotorik wird auch weiterhin feinmotorisch einiges passieren. Im 12. Monat sind viele Kinder in der Lage, Gegenstände auch in kleine Öffnungen zu stecken. Steckspiele mit unterschiedlich geformten Bausteinen sind jetzt sehr beliebt. Oft können Kinder in diesem Alter schon gut die Formen unterscheiden und finden schnell die richtigen Öffnungen. Andere haben einfach großen Spaß daran, den Behälter im Wechsel zu füllen und wieder auszukippen.

Die Feinmotorik lässt sich auch gut beim Malen trainieren. Viele Einjährige nehmen jetzt gerne einen Stift in die Hand (meistens greifen sie diesen mit der ganzen Faust) und kritzeln begeistert drauf los. Neben Stiften sind auch Fingerfarben im 12. Monat gut geeignet – außer dem Erlebnis, etwas Buntes zu Papier (oder auf eine Fensterscheibe) zu bringen, fühlen sie sich wunderbar glibschig an.

Im 12. Monat können Kinder außerdem schon gut einen Ball rollen, sodass man im Sitzen bereits miteinander Ballspielen kann.

Das nimmt Ihr Baby wahr

Um den ersten Geburtstag herum haben sich die Augen Ihres Kindes soweit entwickelt, dass es nun etwa 50 Prozent seiner späteren Sehschärfe erreicht hat.

Im 12. Monat ist Ihr Kind außerdem in der Lage, Verbote zu verstehen und kurzfristig zu akzeptieren – es wird diese aber nach kurzer Zeit wieder vergessen. Daher müssen Sie sprichwörtlich "alles 1.000 Mal wiederholen", bis sich Regeln fest eingeprägt haben. Das Kind wird jetzt vermutlich auch schon "ja" und "nein" verstehen, aber nicht immer so darauf reagieren, wie Sie es sich vorstellen.

Das Kleinkind versteht jetzt 50 bis 100 Wörter und auch einfache Aufforderungen ("gib mir den Ball").

So reagiert Ihr Baby

Im 12. Monat reagieren viele Kinder freudig auf Musik, besonders, wenn sie diese schon öfter gehört haben. Viele wippen im Sitzen mit, klatschen oder "singen" mit, oft schon einigermaßen melodisch.

Viele Kinder beginnen in diesem Monat, sich engen Bezugspersonen wie Mutter und Vater mehr zuzuwenden, indem sie von sich aus zum Kuscheln kommen oder Aktionen wiederholen, über die die Eltern gelacht haben. Wenn dieselben Aktionen wiederum ein Lachen hervorrufen, zeigen sie ihre Freude deutlich durch lautes Lachen oder sogar Händeklatschen.

Zum Abschied winken die meisten Kinder jetzt und schütteln den Kopf, wenn sie das Wort "nein" hören.

Jedes Kind entwickelt sich individuell. Die genannten Entwicklungsschritte können daher nur Anhaltspunkte sein. Wenn Ihr Baby von dieser Entwicklung abweicht, ist das kein Grund zur Besorgnis. Wenn Sie dennoch beunruhigt sind, besprechen Sie sich mit Ihrem Kinderarzt.

Tipps für den 12. Monat

Im 12. Monat verstehen Kinder Ihre Muttersprache schon ganz gut – allerdings ohne die Feinheiten. Abstrakte Begriffe werden sie daher einfach noch ausblenden. Ein "du darfst nicht werfen" wird im kleinkindlichen Verständnis dann schon mal auf "werfen" zusammengefasst. Ihr Kind wird das als Aufforderung verstehen und sein nächstes Wurfgeschoss suchen. Versuchen Sie darum, negativ geprägte Sätze zu vermeiden.

negativ geprägte Sätze und positive Alternativen

negative Variante positive Alternative
"Du sollst den Stein nicht werfen." "Du darfst den Ball werfen." / "Lass den Stein bitte liegen."
"Nicht rumtoben." "Bleib bitte sitzen."
"Nicht an das Bügeleisen fassen." "Bleib vom heißen Bügeleisen weg."
"Nicht hauen!" "Nur vorsichtig streicheln."
"Nicht den Becher umwerfen." "Bitte lass den Becher stehen."
"Nicht auf die Straße rennen." "Bleib auf dem Gehweg."

Anstatt daher Ihrem Kind also zu sagen, was es nicht tun soll, sagen Sie ihm ganz klar, was es tun soll.

Das ist im 12. Monat wichtig

Wenn Sie diese nicht schon im 10. oder 11. Monat wahrgenommen haben, steht jetzt die nächste Vorsorgeuntersuchung an:

Außerdem ist es ab dem 12. Monat Zeit für folgende Impfungen:

Bei der Kombinationsimpfung können Sie zwischen zwei Varianten entscheiden:

All diese Impfungen können auch als Einzelimpfungen verabreicht werden.


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