Milchschorf & Kopfgneis

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen

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Milchschorf oder Kopfgneis? Ist das nicht das Gleiche? Nein, ist es nicht! Allerdings wird der häufigere, aber harmlosere Kopfgneis beim Baby nicht selten fälschlicherweise als Milchschorf (eine Form der Neurodermitis beim Baby) bezeichnet.

Auf den ersten Blick können verunsicherte Eltern Milchschorf und Kopfgneis schnell verwechseln, da das Erscheinungsbild sehr ähnlich ist und beide am behaarten Kopf auftauchen können. Wenn Sie genauer hinschauen, können Sie den harmlosen Kopfgneis aber recht einfach von einem echten Milchschorf unterscheiden.

Denn Milchschorf und Kopfgneis unterscheiden sich in vielen Punkten deutlich. Gemeinsam sind ihnen die wie verbrannte Milch aussehenden Hautschuppen auf dem Kopf des Babys. Beim echten Milchschorf, der übrigens die erste Ausprägung einer Neurodermitis beim Baby und damit eine echte Erkrankung ist, zeigen sich diese Ekzeme aber neben der behaarten Kopfhaut oft auch im Gesicht des Babys, an den Außenseiten von Armen und Beinen und unter Umständen am restlichen Körper.

Der Kopfgneis (seborrhoisches Ekzem) hingegen beschränkt sich meist auf die behaarte Kopfhaut, besonders bei sehr jungen Säuglingen. In der Regel zeigt sich Kopfgneis um die dritte Lebenswoche des Babys – echter Milchschorf dagegen taucht oft erst um den dritten Lebensmonat auf. Der Kopfgneis stellt keine Krankheit dar, sondern beruht auf einer Überproduktion der Talgdrüsen, die vermutlich auf die hormonelle Umstellung nach der Geburt zurückzuführen ist. Kopfgneis muss nicht behandelt werden und verschwindet nach und nach von selber – meist innerhalb weniger Wochen, spätestens aber zum Ende des ersten Lebensjahres. Anders als beim Milchschorf juckt der Kopfgneis nicht und bereitet dem Baby somit keine Probleme.

Wenn Ihr Baby also gelbliche schuppige Krusten am Kopf hat und im Gespräch mit anderen Eltern der Begriff "Milchschorf" fällt, sollten Sie sich nicht verunsichern lassen: Gemeint ist in der Regel der Kopfgneis, den fast alle Babys kurz nach der Geburt haben.

Wenn Sie unsicher sind, ob es sich bei den schuppigen Krusten bei Ihrem Baby um Kopfgneis oder Milchschorf handelt, fragen Sie Ihren Kinderarzt. Milchschorf ist zwar die häufigste Hauterkrankung im Kindesalter – bei den meisten Babys handelt es sich bei den gelblichen Schuppen aber um den harmlosen Kopfgneis.

Und keine Panik: Neurodermitis (bei Babys in Form von Milchschorf) bessert sich bei den meisten Kindern im Laufe der Jahre und kann bis zum Schulalter völlig verschwinden.

Milchschorf & Kopfgneis im Vergleich

Milchschorf (Neurodermitis beim Baby) Kopfgneis (harmloses Ekzem)
gelblich-weiße Hautschuppen, krustig gelblich-weiße Hautschuppen, krustig
starker Juckreiz kein Juckreiz
Gesicht, behaarte Kopfhaut, Arme, Beine behaarte Kopfhaut, kann auf Ohren, Augenbrauen und Nase übergreifen
ca. ab dem 3. Lebensmonat ca. ab der 3. Lebenswoche
erste Ausprägung von Neurodermitis beim Baby Überproduktion der Talgdrüsen, keine Krankheit
Neurodermitis bessert sich bei den meisten Kindern bis zum Schulalter Kopfgneis verschwindet im Lauf des 1. Lebensjahres
Vorbeugen bedingt über mindestens viermonatiges Stillen und Rauchverzicht möglich Vorbeugen nicht möglich (und nicht nötig)
oft Medikamente nötig selten Medikamente nötig
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