Melatonin

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel

Jupiterimages/iStockphoto
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Das Hormon Melatonin beeinflusst viele Bereiche des Körpers – so etwa den Schlaf und die innere Uhr. Noch vor ein paar Jahren galt Melatonin als Wundermittel, das Alterungsprozesse verlangsamen und vor Krebs schützen sollte. Viele dieser Effekte haben sich bislang nicht bestätigt – oder wurden widerlegt.

Der Körper bildet Melatonin in der Zirbeldrüse, einem Teil des Zwischenhirns, und gibt es in den Blutkreislauf ab. Das geschieht hauptsächlich nachts beziehungsweise bei Dunkelheit. Man bezeichnet Melatonin deshalb auch als Schlafhormon oder Hormon der Dunkelheit.

Tageslicht unterdrückt dagegen die Produktion des Hormons: Bei Tag ist der Melatoninspiegel etwa zehnfach niedriger als in der Nacht. Elektrisches Licht hemmt die Ausschüttung des Hormons ebenfalls, wenn auch nicht ganz so stark. Mit zunehmendem Alter sinkt die Melatonin-Produktion zudem allmählich ab.

Melatonin beeinflusst unter anderem

Bei leichteren Schlafproblemen kann zusätzliches Melatonin deshalb helfen – richtige Schlafstörungen lassen sich damit jedoch nicht behandeln. Wer einen Jetlag rascher überwinden will, findet mithilfe von Melatonin-Tabletten möglicherweise schneller in seinen Schlaf-Wach-Rhythmus zurück.

Da es bislang kaum Erkenntnisse zur Langzeitwirkung von Melatonin gibt, ist eine langfristige Einnahme ohne ärztlichen Rat nicht zu empfehlen.

In den USA erhält man Melatonin-Tabletten ganz einfach im Drugstore oder sogar im Supermarkt – es gilt dort als Nahrungsergänzungsmittel. In Deutschland gelten Melatonin-Tabletten dagegen als Medikament und sind verschreibungspflichtig. Sie werden normalerweise kurz vor dem Schlafengehen eingenommen. Wer Melatonin einnimmt, muss vereinzelt mit Nebenwirkungen rechnen (z.B. Albträumen, Schwindel oder Kopfschmerzen). Derzeit gibt es in Deutschland nur ein einziges zugelassenes Medikament, das Melatonin als Wirkstoff enthält.

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