Faszination Mensch

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Ob man nach dem Bauchgefühl handelt oder ein schlechtes Gefühl bei einer Sache hat: Gefühle können unser Handeln wider jeglicher Vernunft steuern, Entscheidungen beeinflussen und unkontrollierbare Reaktionen des Körpers hervorrufen. Doch wie entstehen Gefühle eigentlich? Wie werden sie ausgelöst und welche Prozesse spielen sich dabei in unserem Körper ab?

Emotionstheorien zufolge haben Gefühlsregungen einen bedeutenden Nutzen für unseren Körper. Sie sind sozusagen überlebenswichtig. Gefühle entstehen größtenteils als Reaktion auf Reize aus der Umwelt. Sie bereiten unseren Körper auf Gefahren oder Einflüsse von außen vor und versetzen ihn in Alarmbereitschaft. Diese Reize können sowohl positive Emotionen (wie z.B. Freude oder sexuelle Erregung) als auch negative Emotionen (wie Angst oder Ekel) hervorrufen. In der Regel bewegen Gefühle uns dazu, etwas zu vermeiden (etwa durch Flucht) oder uns an etwas anzunähern. Mechanismen wie Flucht oder Vermeidungsverhalten schützen den Organismus vor Verletzungen oder sonstigen Schäden. So bewahren uns beispielsweise Gefühle von Ekel beim Anblick verdorbener Lebensmittel vor deren Verzehr und somit schlimmstenfalls vor einer Lebensmittelvergiftung.

Schaltzentrale Mandelkern

Eine zentrale Schaltstelle im Gehirn, der sogenannte Mandelkern (Amygdala), entscheidet darüber, ob äußere Reize eine Gefahr oder einen Nutzen für den Körper darstellen. Der Mandelkern ordnet dem Reiz die passende Reaktion zu, wie zum Beispiel die Furchtreaktion auf einen Gefahrenreiz. Von dieser Schaltzentrale aus werden Informationen an die Hirnregionen weitergeleitet, die in emotionalen Situationen körperliche Reaktionen wie Schwitzen, Zittern und Herzklopfen auslösen. Hierbei kommt es zu einer vermehrten Aktivität der Nervenzellen, die sich in Veränderungen der Blutverteilung äußern. Der Anteil an sauerstoffreichem Blut und die Signalstärke nehmen zu. Auf diese Weise wird der Körper in Alarmbereitschaft versetzt: Es werden Energiereserven bereit gehalten, die bei einem Angriff oder einer Flucht nötig sind.

Die Nervenverknüpfungen, die für die Entstehung von Gefühlen verantwortlich sind, verfügen über eine spezielle Eigenschaft: Sie können Informationen, die durch äußere Reize und Gefahrenquellen im Gehirn ankommen, besonders schnell verarbeiten. Damit ist sichergestellt, dass der Körper – vor allem in Gefahrensituationen – rasch mit Flucht oder Angriff reagieren kann.

Bei der weiteren Verarbeitung von äußeren Reizen kommen zusätzliche Hirnareale zum Einsatz. Diese arbeiten im Gegensatz zu Mandelkern zwar langsamer, dafür aber genauer. Ihre Aufgabe: Sie bewerten die äußeren Reize vor dem Hintergrund von abgespeicherten Informationen und Erfahrungen. Erst im Anschluss an diesen Prozess werden die entsprechenden Gefühle bewusst wahrgenommen.

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