Faszination Mensch

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Ob Atmung, Verdauung, Stoffwechsel oder Wasserhaushalt – all diese körperlichen Funktionen steuert das vegetative Nervensystem. Dies geschieht weitgehend ohne unseren Willen: Selbst bei Bewusstlosigkeit übt das vegetative Nervensystem noch seine Funktionen aus.

Das vegetative Nervensystem versorgt hauptsächlich die sogenannte glatte Muskulatur aller Organe, das Herz und die Drüsen. Glatte Muskulatur befindet sich in den Organen, die der Mensch nicht willkürlich steuern kann (z.B. Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse). Darüber hinaus kontrolliert das vegetative Nervensystem auch Organsysteme wie etwa die innere Augenmuskulatur.

Was ist das vegetative Nervensystem?

Der menschliche Körper besitzt zwei Nervensysteme: das somatische und das vegetative Nervensystem. Während das somatische Nervensystem größtenteils bewusst vom Menschen gesteuert werden kann, kann das vegetative Nervensystem weitgehend nicht willkürlich kontrolliert werden. Daher bezeichnet man es auch als autonomes Nervensystem. Das vegetative Nervensystem untergliedert sich in drei verschiedene Nervensysteme:

Enterisches System

Das enterische System besteht aus vegetativen Nervenfasern und Ganglien in der Wand von Hohlorganen wie Herz, Magen oder Darm. Zum enterischen System zählt auch das Darmwandnervensystem, welches völlig unabhängig vom zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) funktioniert.

Zwischen Aktivität und Ruhe

Funktionell kann man Sympathikus und Parasympathikus als Gegenspieler verstehen: Der Sympathikus versetzt den Körper in einen Zustand höherer Aufmerksamkeit und Fluchtbereitschaft, der Parasympathikus hingegen drosselt die allgemeinen Funktionen und bringt den Menschen in einen Ruhezustand. Ein Mensch, der einer unmittelbaren Stresssituation ausgesetzt ist, wird zum Beispiel versuchen, die Flucht zu ergreifen. Sein Sympathikus ist hochaktiv und bewirkt verschiedenste Dinge: Blut fließt in die Muskulatur, der Puls steigt an, die Schweißdrüsen werden aktiviert und die Lunge arbeitet stärker, damit mehr Sauerstoff ins Blut transportiert wird. Besteht keine Gefahr mehr, setzen die Wirkungen des Parasympathikus ein: Der Mensch beruhigt sich, seine Herzfrequenz sinkt, seine Schweißdrüsen arbeiten nicht mehr verstärkt und auch seine Lungen benötigen weniger Sauerstoff.

Auch wenn Sie das vegetative Nervensystem nicht bewusst steuern können, so können Sie es zumindest teilweise beeinflussen – zum Beispiel durch autogenes Training!

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