Faszination Mensch

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Das Rückenmark befindet sich, geschützt durch die einzelnen Wirbelkörper, im Spinalkanal der Wirbelsäule.

Der etwa fingerdicke Rückenmarksstrang hat eine Länge von circa 45 Zentimetern und verläuft vom Schädel bis zum ersten oder zweiten Lendenwirbel. Das Rückenmark enthält 31 paarige Spinalnervenfasern, die das Gehirn mit den peripheren Nerven – das heißt mit dem restlichen Körper – verbinden und ist Teil den zentralen Nervensystems (ZNS).

Vermittler zwischen Kopf und Körper

Dass der Rückenmarksstrang nur etwa bis zum ersten oder zweiten Lendenwirbel verläuft, kommt der Medizin zugute. Denn so kann man mehr oder weniger gefahrlos Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) entnehmen (sog. Lumbalpunktion). Dies kann zur Diagnose verschiedener Erkrankungen (z.B. Meningitis, multiple Sklerose) erforderlich sein. Aber auch Medikamente können hier injiziert werden, zum Beispiel, um eine Betäubung der unteren Körperbereiche (Spinalanästhesie) zu erzielen.

Schmetterling im Rücken

Im Querschnitt betrachtet enthält das Rückenmark sogenannte graue und weiße Substanz, die sich durch ihre Zusammensetzung unterscheiden. Die graue Substanz liegt im Inneren des Rückenmarks und besteht hauptsächlich aus Nervenzellen. Die weiße Substanz umgibt die graue Substanz und besteht vor allem aus markhaltigen Nervenfasern. Die graue Substanz bildet im Querschnitt eine schmetterlingsähnliche Figur. Die jeweiligen Vorwölbungen der grauen Substanz im Rückenmarkskanal bezeichnet man nach ihrer Lage als Hinterhörner und Vorderhörner. Im Bereich der Brustwirbel findet sich zudem zwischen Hinter- und Vorderhörnern jeweils ein Seitenhorn. Diese Strukturen enthalten unterschiedliche Nervenzellen, die für Motorik und Sensorik wichtig sind.

Im Mark verletzt

Immer wieder kommt es nach Verletzungen des Rückenmarks zu Querschnittslähmungen. Abhängig davon, auf welcher Höhe das Rückenmark verletzt wurde, sind alle darunter liegenden Körperbereiche gelähmt. Häufigste Ursache für Querschnittslähmungen sind Verkehrsunfälle, gefolgt von Erkrankungen (z.B. durch Tumoren), Arbeitsunfällen und Sportunfällen.

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