Faszination Mensch

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

iStock
Anzeige

Die Wirbelsäule hält den Menschen tagtäglich aufrecht und trägt die Last seines Körpers. 24 bewegliche Wirbel (7 Hals-, 12 Brust- und 5 Lendenwirbel), getrennt durch Bandscheiben, ermöglichen es, dass jeder Mensch sich strecken, beugen und drehen kann.

Zusätzlich gibt es 9 bis 10 starre Wirbel im Bereich des Kreuz- und Steißbeins. Von oben nach unten gesehen nehmen die Wirbel zur Lendenwirbelsäule hin an Größe zu. Jeder einzelne Wirbelkörper hat zum Rücken hin einen Wirbelbogen. In ihrer Gesamtheit bilden die Wirbelbögen den sogenannten Spinalkanal. Hierin liegt, gut geschützt, das Rückenmark.

Außerdem besitzt jeder Wirbel zwei Querfortsätze und einen durch die Haut tastbaren Dornfortsatz: Anheftungspunkte für die Rückenmuskulatur. Die nach unten geneigten Dornfortsätze liegen dachziegelartig übereinander. Jeder Wirbelbogen verfügt über vier Gelenkfortsätze, die mit dem darüber und darunter liegenden Wirbel ein Gelenk (Facettengelenk) bilden. Dieses ermöglicht die Beweglichkeit der Wirbel gegeneinander, schränkt aber auch die Bewegung in bestimmte Richtungen ein.

Anti-Kipphilfe

Betrachtet man die Wirbelsäule, fällt ihre doppelte S-Form auf – eine Anpassung an den aufrechten Gang. Bei Frauen kippen zudem die drei letzten Lendenwirbel etwas mehr nach außen. So können sie die Wirbelsäule in diesem Bereich stärker biegen, sich also im Stehen mehr nach hinten lehnen.

Man vermutet, dass dies eine über vier Millionen Jahre alte anatomische Anpassung an eine Schwangerschaft ist, bei der das Kind im Stehen ausgetragen wird. Denn während der Schwangerschaft verschiebt sich der Schwerpunkt der Frau deutlich nach vorn und gefährdet das Gleichgewicht. Schwangere verlagern ihren Schwerpunkt deshalb automatisch nach hinten, indem sie sich zurücklehnen – dank der gekippten Wirbel ein leichtes Unterfangen. Ein Umkippen kann so vermieden werden. Solche Wirbelanpassungen finden sich bereits ähnlich in fossilen Funden unserer Vorfahren. Bei Männern sind hingegen nur die letzten beiden Lendenwirbel derartig gekippt.

Schlafen und wachsen?

Zwischen den Wirbelkörpern liegen die Bandscheiben: gelartige Kissen, die wie ein Stoßdämpfer im Auto die Belastungen abpuffern, die während des Stehens, Gehens und Sitzens jeden Tag auf die Wirbelsäule einwirken. Dabei werden sie über den Tag auch spürbar "plattgedrückt" – abends sind die meisten Menschen daher bis zu drei Zentimeter kleiner als morgens. Während des Schlafs wird die Wirbelsäule durch das Liegen entlastet. Die Bandscheiben haben dadurch die Möglichkeit, wieder ihre alte Form anzunehmen. Morgens ist man deshalb in der Regel größer.

Stoßdämpfer-Ausfall

Reißt eine Bandscheibe ein und es tritt etwas von ihrem gelartigen Kern aus, spricht man von einem Bandscheibenvorfall. Je nachdem, zu welcher Seite hin das Innere der Bandscheibe austritt, bleibt dies sogar unbemerkt. Im ungünstigen Fall drückt die gelartige Masse jedoch auf einen Rückennerv und verursacht dadurch Schmerzen oder sogar Lähmungserscheinungen.

Anzeige