Faszination Mensch

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Kinder erschrecken, wenn sie es sehen, beim Orthopäden baumelt es von der Decke: Das Skelett. Seine unverwechselbare Silhouette verdankt das menschliche Gerippe den über 200 Knochen, aus denen es besteht. Der größte ist der Oberschenkelknochen, zu den kleinsten zählen die Gehörknöchelchen.

Das Skelett übernimmt eine überraschende Vielfalt an Aufgaben im Organismus. Es ist eben nicht nur eine leblose, harte Substanz. Einerseits formt und stützt das Skelett den Körper und gibt die Körperhöhe und -breite vor; andererseits schützt es lebenswichtige Organe: Schädelknochen und Brustkorb umfassen das Gehirn, das Herz und die Lungen, auch Teile der Leber liegen geschützt hinter den Rippen. Die Knochen der Wirbelsäule umschließen in ihrem Wirbelkanal das Rückenmark – den hochempfindlichen Nervenstrang, der das Gehirn mit dem Rest des Körpers verbindet.

Gelenk oder ungelenk?

Ob Stehen, Laufen oder Springen: Knochen und Muskeln ermöglichen alle erdenklichen Bewegungen sowie eine aufrechte Haltung. In unterschiedlichen Gelenken treten die Knochen miteinander in Kontakt. Das Schulter- und das Hüftgelenk zählen zu den Kugelgelenken, ein Teil des Ellenbogengelenks nennt sich Scharniergelenk. Manche Gelenke erlauben umfangreiche Bewegungen – sie haben einen großen sogenannten "Freiheitsgrad" der Bewegung. Andere Gelenke sind fast starr.

Grundlage der Bewegung sind die Muskeln: Mit ihren Sehnen haften sie an beiden Seiten eines Gelenkes. Spannt man einen Muskel an, ändert sich entweder die Position der Knochen im Verhältnis zueinander, oder sie wird fixiert. Ähnlich wie die Fäden einer Marionette steuern die Muskeln das Beugen, Strecken oder Drehen in den Gelenken.

Blutbildung und Calciumspeicher

Doch das Skelett spielt auch für weniger mechanische Funktionen eine Rolle: So bilden manche Knochen in ihrem roten Mark neue Blutzellen. Dieser lebenswichtige Vorgang gerät bei bestimmten Erkrankungen (z.B. Leukämie) aus dem Gleichgewicht. Ärzte machen sich dies zunutze und verpflanzen Knochenmark oder sogenannte Blutstammzellen eines Gesunden in den Körper des Betroffenen. Glückt die Therapie, entstehen wieder neue, gesunde Blutzellen.

Neben der Zellbildung hängt auch der Calciumstoffwechsel eng mit den Knochen zusammen: Sie bauen das Calcium in ihre Struktur ein und speichern es dort. Im Zusammenspiel mit Hormonen und der Calciumaufnahme im Darm regulieren die Knochen so die Calciumkonzentration des Blutes.

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