Faszination Mensch

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Kauen, schmecken, lachen, küssen: Der Mund hat viele Talente. Manche dienen einem eher praktischen Zweck, andere bringen Genuss und viel Gefühl.

Der Mund verbindet das Körperinnere mit der Außenwelt: Nahrung und Flüssigkeiten gelangen über den Mund und die Speiseröhre in den Magen. In der Mundhöhle münden die Gänge der großen Speicheldrüsen und führen mit dem Speichel Verdauungssäfte und Eiweiße zu. In Spitzenzeiten gelangen zehn Milliliter Speichel pro Minute und pro Tag etwa ein Liter Speichel in den Mund. Der Speichel besteht zu 99 Prozent aus Wasser, den Rest machen Eiweiße und Schleimstoffe aus. Eines der Eiweiße, das Enzym alpha-Amylase, spaltet Zuckerverbindungen (Kohlenhydrate) und macht sie für den Körper verwertbar. So beginnt die Verdauung bereits im Mund.

Hart, härter, Zahnschmelz

Feste Nahrung muss zerkleinert werden – die Zähne setzen ihr etwas entgegen: Der Zahnschmelz auf ihrer Oberfläche ist die härteste Substanz des Körpers und enthält neben Calcium und Phosphat auch eingelagerte Fluoride. Sie machen den Schmelz besonders hart und widerstandsfähig. Die Zähne stecken in den Kieferknochen – starke Kaumuskeln setzen an Oberkiefer und Unterkiefer an und bewegen die beiden fein abgestimmt zu- und auseinander. Erst so ist es möglich, vom Apfel abzubeißen und harte Nüsse zu zerkleinern.

Der Geschmacksmuskel

In der Mitte des Mundes liegt ein circa fünf Zentimeter langes und vier Zentimeter breites, äußerst feinfühliges Muskelorgan: die Zunge. Mit ihren Geschmackspapillen führt sie den Menschen zu kulinarischen Hochgenüssen – oder in herbe Enttäuschung. Beim Schlucken von Speisen presst sich die Zunge oben gegen den Gaumen und unterstützt so den Schluckvorgang. Beim Sprechen ändert die Zunge im Zusammenspiel mit den Lippen und der Kieferöffnung ständig ihre Position und formt somit bestimmte Laute.

Lachen, Jazz und Liebe

Der Mund übernimmt nicht nur praktische und lebensnotwendige Aufgaben. Ein bedeutender Teil der Mimik entsteht im Bereich des Mundes: Muskeln der Lippen und Wangen spannen oder entspannen sich und heben so die Mundwinkel an oder verbreitern die Mundspalte, um ein breites Grinsen zu erzeugen. Manche Menschen haben einen speziellen Lachmuskel. Er bildet das Lachgrübchen und zieht den Mund beim Lachen in die Breite. Das Muskelspiel kann aber auch negative Gefühle wie etwa Ekel ausdrücken.

Wer "dicke Backen" macht und einen Jazztrompeter imitiert, dehnt seinen Wangenmuskel (Spitzname: "Trompetermuskel"). Währenddessen presst ein weiterer Muskel, der den Mund wie ein Ring umgibt, die Lippen fest aufeinander. Öffnet sich dieser ringförmige Muskel leicht, bahnt er den Weg für die Luft. Wenn sich der Trompetermuskel nun anspannt, presst er die Luft mit Schwung durch die kleine Öffnung.

Nicht zuletzt verbindet der Mund: Ob Begrüßungskuss oder leidenschaftlicher Liebesbeweis – mit dem Mund und seinen Muskeln kommen sich Menschen näher; mal freundschaftlich, mal intim. Ein wahres Multitalent eben.

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