Hormone Teil 9

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Abends in der Kneipe: Sie spielen eine Runde Darts mit Ihren Freunden und sind an der Reihe. Sie stellen sich selbstsicher an die Abwurflinie und zielen. Der Pfeil löst sich aus Ihrer Hand und pfeift durch die Luft – genau ins Schwarze hinein. Ihre Freunde klopfen Ihnen anerkennend auf die Schulter und Sie freuen sich über den kleinen Erfolg.

Diese alltägliche Szene wäre ohne einen bestimmten Botenstoff im Gehirn nicht möglich – Dopamin. Denn das Hormon Dopamin sorgt in unserem Gehirn dafür, dass wir Bewegungen genau abstimmen können, uns über Erfolge freuen, Glücksgefühle empfinden, aber auch Angst verspüren – je nachdem in welcher Hirnregion es gerade aktiv ist.

Genau ins Schwarze

Ohne Dopamin wären wir zum Beispiel nicht in der Lage, die Wurfbahn des Pfeils so zu beeinflussen, dass er genau im Schwarzen landet – oder zumindest irgendwo auf der Dartscheibe. Die Feinabstimmung dieser hoch komplexen Bewegung findet in den Basalganglien statt. Die Basalganglien sind eine Ansammlung von Nervenzellkörpern im Großhirn. Sie stimmen das Ausmaß und die Richtung unserer Bewegungen genau ab. Damit die Nervenbahnen in den Basalganglien überhaupt miteinander kommunizieren, brauchen sie einen Nachrichtenüberbringer – den Botenstoff Dopamin. Fehlt Dopamin in den Basalganglien, kommt es zu unkoordinierten und unwillkürlichen Bewegungen. Das ist beispielsweise bei der Parkinson-Erkrankung der Fall, der ein Dopaminmangel zugrunde liegt.

"Glückshormon" Dopamin

Auch für unser Gefühlsleben spielt Dopamin eine große Rolle. Ein Volltreffer beim Darts oder gar eine neue Liebe und wir fühlen uns glücklich, motiviert und aufmerksamer – besonders für die schönen Dinge des Lebens. Solche Ereignisse aktivieren Nervenzellen des sogenannten Belohnungssystems, einem Netz aus Nerven in unserem Mittelhirn.

Diese setzen Dopamin frei, welches uns die freudigen Gefühle beschert. Deswegen bezeichnet man Dopamin auch gerne als "Glückshormon". Ähnlich wirken auch Drogen wie Amphetamine, Kokain sowie Alkohol. Sie können einen wahren Dopamin-Platzregen auslösen – mit einem Nachteil: Nach diesen Gefühlen kann man süchtig werden.

Dopamin macht Angst

Dopamin ist allerdings nicht nur für angenehme Gefühle der Botenstoff. Wissenschaftler vermuten, dass Dopamin in einer bestimmten Gehirnregion als Hormon der Angst arbeitet. Und zwar in den Mandelkernen. Die Aktivität der auch als Amygdala bezeichneten Kerne ist bei Angstgefühlen erhöht. In Untersuchungen zeigte sich: Je größer die Angst bei Versuchspersonen war, desto höher war der Dopaminspiegel in den Mandelkernen.

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