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Biologische SchädigungsfaktorenInfektionen mit VirenStand: 27. Februar 2008Autor: Onmeda-Redaktion RötelnDie bekannteste Virusinfektion, die während der Schwangerschaft zu einer Schädigung des Kinds führt, ist die Rötelninfektion. Die klassische Rötelnembrypoathie kann bei einer Infektion des Kinds bis zur 16. SSW, selten auch bis zur 20. SSW auftreten. Die Häufigkeit von Fehlbildungen hängt vom Zeitpunkt der Infektion ab, wobei das Risiko für Schädigungen mit zunehmender Schwangerschaftsdauer abnimmt. Voraussetzung für eine Infektion des Kinds ist eine frische Rötelninfektion der Mutter zu Beginn der Schwangerschaft. Das Rötelnvirus schädigt die embryonalen Zellen und führt so zu schweren, bleibenden Fehlbildungen innerer Organe. Die typischen Symptome sind Herzfehlbildungen, Augendefekte und Hörschäden. Treten gleichzeitig eine geistige Verlangsamung, Leber- und Milzvergrößerung, ein niedriges Geburtsgewicht sowie Skelettveränderungen auf, spricht man vom erweiterten Rubella-Syndrom. Um dieser schwer wiegenden Erkrankung vorzubeugen, wird jede Schwangere auf Rötelnantikörper untersucht. Ist der Antikörpertiter groß genug, besteht ein aktiver Rötelnschutz, das heißt eine erneute Infektion mit Röteln ist nicht möglich. Obwohl sich bis zu 90 Prozent der Bevölkerung bereits im Kindergarten- beziehungsweise Schulalter mit dem Rötelnvirus infizieren, sollte dennoch jedes Mädchen beim Eintreten in die Pubertät auf vorhandene Rötelnantikörper untersucht werden. Ist das Ergebnis negativ, sind also keine Antikörper vorhanden, sollte die junge Frau geimpft werden, um einer späteren Infektion in der Schwangerschaft vorzubeugen. Fällt der Antikörpernachweis nach einer durchgemachten Erkrankung oder nach einer Impfung dennoch negativ aus, müssen diese Frauen bei einer Schwangerschaft besonders aufmerksam betreut werden. Wenn sich trotz aller Bemühungen und Vorsicht eine Schwangere mit dem Rötelnvirus infiziert, ist die weitere Vorgehensweise von der Schwangerschaftswoche abhängig. Bis zur 16. SSW ist ein Schwangerschaftsabbruch ernsthaft zu erwägen, da das Schädigungsrisiko für das Kind sehr hoch ist. Wird die Schwangerschaft fortgeführt, kann der Verlauf der Infektion abgemildert werden, wenn innerhalb von sieben Tagen Rötelnimmunglobulin gegeben wird. Ab der 22. SSW ist nicht mehr mit bleibenden Schäden beim Kind zu rechnen. Der Zeitabschnitt zwischen der 16. und 22. SSW birgt jedoch einige Probleme, da bei einer Infektion des Kinds zu diesem Zeitpunkt eine Schädigung zwar nicht mehr zu erwarten, prinzipiell aber noch möglich ist. In diesem Zeitraum sollte auch das kindliche Blut auf Rötelnantikörper untersucht werden. Werden Antikörper (IgM) im kindlichen Blut gefunden, kann auch dann noch ein Abbruch der Schwangerschaft erwogen werden. HerpesEine weitere Gefährdung des Neugeborenen durch Viren besteht in einer Infektion der Mutter mit Herpesviren im Genitalbereich (Herpes genitalis). Infektionen des Kinds während der Schwangerschaft sind selten, können aber zu Fehlgeburten oder zu Fehlbildungen führen. Während des Geburtsvorgangs stellt ein Genitalherpes der Mutter jedoch eine Lebensgefahr für das Kind dar. Die Ansteckungshäufigkeit beträgt zu diesem Zeitpunkt etwa 40 Prozent. Infizierte Neugeborene zeigen die typischen Herpesbläschen, in denen die Viren nachgewiesen werden können. Häufig treten eine Bindehautentzündung sowie Allgemeinsymptome wie Fieber, Erbrechen und Nahrungsverweigerung auf. Besonders gefürchtet ist ein Übergreifen der Erkrankung auf das Gehirn (Herpesencephalitis). Eine Therapie, bei der Aciclovir gegeben wird, muss bereits bei Verdacht auf eine Herpesinfektion des Neugeborenen einsetzen. Die klinisch manifeste Herpesinfektion des Neugeborenen endet in etwa 30 Prozent der Fälle tödlich, bei weiteren 30 Prozent der Kinder bleiben schwere neurologische Schäden zurück. Um eine Herpesinfektion des Kinds während der Geburt zu vermeiden, erfolgt die Entbindung bei einer bestehenden Infektion der Mutter durch einen Kaiserschnitt. HepatitisEine große Gefährdung für das Kind während der Schwangerschaft besteht in einer Infektion mit dem Hepatitis B-Virus und weniger mit dem Hepatitis A-Virus. Schwangere werden routinemäßig auf eine aktive Hepatitis B untersucht. Eine Infektion des Kinds mit dem Virus während der Schwangerschaft ist möglich, die größte Gefahr besteht allerdings während der Geburt. Da auch mütterliche Antikörper übertragen werden, verläuft die Infektion des Kinds meist mild. Davon unabhängig ist der Übergang in eine chronische Hepatitis, bei der sich eine Leberzirrhose ausbildet und später Leberkrebs möglich ist. Infizierte Kinder erhalten nach der Geburt sowie anschließend alle vier Wochen bis zum sechsten Lebensmonat Hepatitis-B-Hyperimmunglobulin (passive Immunisierung). Zeitgleich erfolgt die aktive Immunisierung mit einem Hepatitis-B-Impfstoff. AidsDas HI-Virus kann sowohl während der Schwangerschaft als auch während sowie nach der Geburt, zum Beispiel über die Muttermilch, von der Mutter auf ihr Kind übertragen werden. Das Übertragungsrisiko steigt, je länger die Frau bereits HIV-positiv ist. Die Entwicklung der Aids-Erkrankung scheint bei HIV-positiven Frauen durch die Schwangerschaft begünstigt zu werden. Mit dem HI-Virus infizierte Kinder zeigen meist eine verzögerte Entwicklung und haben oft persistierende, also anhaltende Infektionen. Lesen Sie in diesem Beitrag zum ThemaBiologische Schädigungsfaktoren
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