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Biologische Schädigungsfaktoren

Infektionen mit Protozoen

Stand: 27. Februar 2008Autor: Onmeda-Redaktion

Toxoplasmose

Die häufigste Gefährdung des Kinds während der Schwangerschaft durch Parasiten besteht bei einer frischen Infektion der Mutter mit Toxoplasma gondii, dem Erreger der Toxoplasmose. Etwa 70 Prozent der Gesamtbevölkerung tragen diesen im Körper. Bei der Toxoplasmose handelt es sich um eine Anthropozoonose, das heißt um eine vom Tier auf den Menschen übertragene Erkrankung. Der Mensch infiziert sich entweder durch den Genuss ungekochter tierischer Produkte, wie Fleisch, Fisch oder Eier, durch Gartenarbeit (Kontakt zu mit infiziertem Kot durchmischter Erde) oder durch den engen Kontakt mit infizierten Haustieren, insbesondere Katzen (Kontakt zu infiziertem Kot).

Die Toxoplasmose gilt als die häufigste infektiöse Fetalkrankheit. Während der Schwangerschaft infizieren sich, wenn im Blut der Mutter der Parasit vorhanden ist, etwa ein bis zehn Prozent der Ungeborenen. Innerhalb weniger Tage breiten sich die Parasiten im kindlichen Körper aus und setzen sich in einzelnen Organen fest. In der Muskulatur und im Gehirn können sie Dauerformen in Form von Zysten bilden. Die betroffenen Organe kann der Erreger lebenslang schädigen. Typische Symptome sind ein Hydrocephalus (Wasserkopf), Verkalkungen im Gehirn sowie eine Netzhautentzündung (Chorioretinitis). Selten treten alle drei Symptome gleichzeitig auf. Wesentlich häufiger ist, dass ein Symptom einzeln mit einer zeitlichen Verzögerung von bis zu 20 Jahren nach der Geburt auftritt.

Da nur die frische Infektion der Mutter eine Gefährdung für das Kind darstellt, werden Antikörpertests eingesetzt, um diese Frauen zu erkennen. Hat eine Frau bereits Antikörper gegen Toxoplasmen gebildet, besteht keine Gefahr mehr für das Kind. Bei Frauen ohne Antikörpernachweis sollte während der Schwangerschaft auf ungekochte tierische Produkte verzichtet werden. Der Umgang mit Katzen sollte äußerst vorsichtig erfolgen, insbesondere das Reinigen der Katzentoilette. Gartenarbeit sollte nur mit festen Handschuhen durchgeführt werden.

Kommt es während der Schwangerschaft zu einer Toxoplasmose-Infektin, kann diese ab der 16. Schwangerschaftswoche mit Antibiotika behandelt werden.

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