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Biologische Schädigungsfaktoren

Infektionen mit Bakterien

Stand: 27. Februar 2008Autor: Onmeda-Redaktion

Listeriose

Die Listeriose kann in der ersten Schwangerschaftshälfte zu Fehlgeburten oder Frühgeburten führen. Im letzten Schwangerschaftsdrittel (3. Trimenon) ist die Gefahr, dass die Erkrankung über die Plazenta auf das Kind übertragen wird, besonders hoch. Auch während der Geburt kann sich das Neugeborene infizieren. Erkrankte Kinder sind apathisch, trinken wenig und zeigen häufig einen über den ganzen Körper verteilten Ausschlag. In manchen Fällen treten Krampfanfälle auf. Bei einer Infektion während der Geburt erkranken die Kinder häufig an einer Meningitis. Die schwerste Verlaufsform ist die septische Neugeborenen-Granulomatose.

Die bislang einzig zuverlässige Vorbeugemaßnahme gegen Listeriose ist der sorgfältige und fachgerechte Umgang mit Tierprodukten, etwa die Pasteurisierung von Milch. Insbesondere Schwangere sollten keine rohen tierischen Lebensmittel, wie beispielsweise rohes Fleisch, Rohmilch, unpasteurisierten Käse oder rohen Fisch verzehren.

Syphilis

Eine der wichtigsten bakteriellen Erkrankungen, die während der Schwangerschaft von der Mutter auf ihr Kind übertragen werden können, ist die Syphilis. Die angeborene Syphilis, auch als Lues connata bezeichnet, ist heutzutage in Deutschland relativ selten. In den Entwicklungsländern spielt sie jedoch auch heute noch eine große Rolle.

Der Erreger der Syphilis, Treponema pallidum pallidum, kann erst ab dem vierten Schwangerschaftsmonat die Plazenta überwinden. In Abhängigkeit vom Krankheitsstadium der Mutter und vom Zeitpunkt der Infektion treten typische Symptome auf.

Die Frühsyphilis äußert sich nach der Geburt zwischen der sechsten und zehnten Lebenswoche mit einem blutigen Schnupfen (Koryza), Hautausschlag sowie einer Schwellung von Leber und Milz.

Die Spätsyphilis tritt erst zwischen dem dritten und 14. Lebensjahr mit der typischen so genannten Hutchinson Trias auf: Hornhautentzündung (Keratitis parenchymatosa), Innenohrschwerhörigkeit und Zähne mit einer Tonnenform.

Manifestiert sich die angeborene Syphilis, treten stets Dauerschäden auf. Um dem vorzubeugen, wird in Deutschland jede Schwangere im Rahmen der Schwangerenvorsorge auf eine mögliche Syphiliserkrankung untersucht. Dazu wird der TPHA-Test (Treponema pallidum-Hämagglutinationstest) durchgeführt. Wird die Erkrankung rechtzeitig mit Penicillin behandelt, kann eine Manifestation der Syphilis beim Kind fast immer verhindert werden.

Gonorrhoe (Tripper)

Auch die Gonorrhoe (Tripper), eine bakterielle Geschlechtskrankheit, kann von der Mutter an das Kind weitergegeben werden. Der Erreger, Neisseria gonorrhoeae, wird während der Geburt von der infektiösen Genitalregion der Gebärenden auf das Kind übertragen. Das Baby kann durch die Gonokokken in der Folge eine Bindehautentzündung (Conjunctivitis gonorrhoica neonatorum) bekommen, die unbehandelt in kürzester Zeit zur Erblindung führt. Vorbeugend wird jedem Neugeborenen je ein Tropfen einprozentige Silbernitratlösung in den Bindehautsack beider Augen geträufelt (Crede-Prophylaxe).

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