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Kreuzallergie – wenn eine Allergie zur anderen führt

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (18. März 2016)

© iStock

Von einer Kreuzallergie spricht man, wenn eine allergische Reaktion ihre Ursache in einer anderen, schon bestehenden Allergie hat: Verantwortlich für diese sogenannte Kreuzreaktion ist eine starke Ähnlichkeit in der Struktur der allergieauslösenden Stoffe (bzw. Allergene).

Kreuzallergien kommen nicht nur gegenüber Pflanzen vor, sondern auch gegenüber Tieren und Arzneimitteln. Dabei kann schon der erste Kontakt mit einem Stoff, der dem Auslöser der ursprünglichen Allergie ähnelt, Kreuzreaktionen hervorrufen. Mögliche Anzeichen hierfür sind zum Beispiel:

Vor allem hinter allergischen Reaktionen auf Lebensmittel steckt häufig eine andere Allergie. Allergien gegen pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Gewürze oder Nüsse treten allgemein eher bei Jugendlichen und Erwachsenen auf – und sind dann oft die Folge einer bereits bestehenden Pollenallergie: Mediziner bezeichnen diese Form der Kreuzallergie auch als pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie.

Unter Pollenallergikern weit verbreitet sind Kreuzreaktionen zwischen Baumpollen und Apfel, Haselnuss, Karotte, Kartoffel, Kirsche, Kiwi, Nektarine, Pfirsich, Aprikose, Pflaume, Sellerie, Soja oder Feige. Aber auch andere Pollenallergien können eine Kreuzallergie gegen bestimmte Lebensmittel verursachen.

Doch nicht für jede Kreuzallergie gegen Nahrungsmittel sind Pollenallergien verantwortlich: Auch bei Menschen mit einer Latexallergie können bestimmte pflanzliche Nahrungsmittel Kreuzreaktionen auslösen: zum Beispiel Kiwi, Banane, Mango, Avocado, Esskastanie, Ananas, Dattel, Feige und Pfirsich. Allerdings kann der Verzehr von Lebensmitteln bei Latexallergikern im Extremfall auch allergische Beschwerden hervorrufen, wenn die Lebensmittel vor dem Verkauf mit latexhaltigen Handschuhen in Berührung kamen: Dann handelt es sich jedoch nicht um eine Kreuzreaktion.

Neben Lebensmittelallergien kann ein Latexallergiker zudem eine Kreuzallergie gegen verschiedene Pflanzen entwickeln – zum Beispiel gegen Gummibäume der Gattung Ficus (wie die als Zimmerpflanzen beliebte Birkenfeige namens Ficus benjamina), Christusdorn, Hanf, Immergrün, Korallen-Wolfsmilch, Maulbeerbaum, Oleander und den Weihnachtsstern.

Wer ursprünglich gegen die Birkenfeige allergisch war, kann wiederum eine Kreuzallergie gegen verschiedene Früchte (wie Feige, Kiwi, Banane, Papaya, Ananas, Avocado) entwickeln.

Wenn tierische Lebensmittel allergische Beschwerden verursachen, kann ebenfalls eine Kreuzallergie vorliegen: So können bei Menschen mit einer Hausstaubmilbenallergie in seltenen Fällen Meeresfrüchte zu teils schweren Kreuzreaktionen führen. Und wer auf den Kontakt mit Vogelfedern allergisch reagiert, kann nachfolgend auch gegen Eier, Geflügel und Innereien überempfindlich sein.

Außerdem können Tierhaarallergien eine Kreuzallergie gegen Fleisch nach sich ziehen: So entwickeln beispielsweise manche Menschen mit einer Katzenhaarallergie auch nach dem Verzehr von Schweinefleisch allergische Symptome.

Da sich die allergieauslösenden Eiweiße mancher Tierarten stark ähneln, kann eine Tierhaarallergie zudem eine Kreuzallergie gegen andere Tiere verursachen: So bekommen manche Katzenallergiker auch bei Kontakt mit manchen Hunden allergische Beschwerden – und Hundeallergiker bei Kontakt mit manchen Katzen.

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Darüber hinaus können Menschen, die auf ein Arzneimittel allergisch reagieren, in der Folge eine Kreuzallergie gegen verwandte Arzneimittel entwickeln. Typisches Beispiel hierfür ist die Penicillinallergie, bei der es häufig zu Kreuzreaktionen mit verwandten Antibiotika kommt. In solchen Fällen ist es notwendig, bei der Behandlung auf andere Medikamente auszuweichen.

Die Behandlung einer Kreuzallergie unterscheidet sich nicht von der anderer Allergien: Grundsätzlich ist es ratsam, die Allergieauslöser so weit wie möglich zu vermeiden. Gegen akute Symptome helfen verschiedene Medikamente – zum Beispiel Antihistaminika, um allergische Reaktionen zu verhindern, oder Kortison, um die bereits ausgebrochene Reaktion zu mildern. Um Kreuzreaktionen dauerhaft abzuschwächen, kommt eventuell eine Immuntherapie in Form einer Hyposensibilisierung in Betracht.

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