Rotwein

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (29. November 2013)

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Rotwein besticht nicht nur durch seinen Geschmack – ihm wird auch eine gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen, vorausgesetzt, man konsumiert ihn in Maßen. So soll Rotwein beispielsweise vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Doch inwieweit ist Rotwein wirklich gesund?

Rotwein ist in vieler Munde: Ein Glas Spätburgunder oder Portugieser zum Essen ist für viele Menschen ein beliebter Gaumenschmaus.

In Frankreich gehört Rotwein zur Lebensart dazu und kommt viel häufiger ins Glas als hierzulande. Anfang der 1990er Jahre beobachteten Wissenschaftler, dass die Franzosen gesünder zu sein scheinen als die Deutschen – und das trotz ähnlicher Risikofaktoren. So sollen sie unter anderem seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden.

Dieses Phänomen bezeichneten die Wissenschaftler auch als französisches Paradoxon: Die Menschen in Frankreich essen zwar fettreicher als viele andere Nationen, sind aber dennoch herzgesünder. Die Forscher schrieben dies dem Rotwein zu.

Aber: Ob die positiven Effekte tatsächlich auf den Rotwein zurückzuführen sind, ist nicht geklärt. Möglicherweise sind es nicht nur die im Rotwein enthaltenen Stoffe, sondern auch die Eigenschaften des Konsumenten, die zur Gesundheit verhelfen: Es gibt Hinweise darauf, dass Weintrinker insgesamt einen günstigeren Lebensstil führen als andere Menschen.

Und nicht vergessen sollte man: Alkohol – und somit auch Rotwein – ist ein Zellgift, das sowohl kurz- als auch langfristig dem Körper schaden kann! Alkohol ist keinesfalls als Medikament oder ein Mittel zur Gesundheitsförderung anzusehen.

Was ist drin?

Egal ob rot oder weiß: Wein besteht größtenteils aus Wasser, Alkohol (Äthanol), Kohlenhydraten wie Glukose und Fruktose und organischen Säuren. Zudem sind darin zahlreiche Aromastoffe, Gerbstoffe (z.B. Tannine), Farbstoffe und Mineralstoffe wie Kalium, Eisen, Jod und Magnesium zu finden.

Wein gewinnt man aus frischen oder vorbearbeiteten (sog. eingemaischten) Weintrauben, die vollständig oder teilweise gegoren sind. Rotwein wird aus blauen Weintrauben gewonnen und besteht aus mehr als 500 verschiedenen Substanzen.

Im Gegensatz zum Weißwein enthält Rotwein besonders viele sogenannte Polyphenole, eine Form der sekundären Pflanzenstoffe. Sie geben dem Rotwein seine besondere Farbe und es werden ihnen diverse positive Wirkungen zugeschrieben – viele Effekte sind jedoch noch nicht ausreichend belegt.

Rotwein enthält etwa zehnmal so viele Polyphenole wie Weißwein. Im Laufe der Lagerungszeit nimmt der Gehalt jedoch ab. Und: Rotwein ist nicht gleich Rotwein. Der Polyphenolgehalt kann von Sorte zu Sorte erheblich variieren.

Frauen sollten nicht mehr als 0,15 Liter, Männer nicht mehr als 0,3 Liter Wein an einem Tag trinken. Zudem sollten Sie an mindestens zwei bis drei Tagen in der Woche abstinent bleiben!

Polyphenole wirken antioxidativ. Antioxidantien können sogenannte freie Radikale beseitigen: Freie Radikale sind aggressive Sauerstoffverbindungen, die natürlicherweise im Rahmen des menschlichen Stoffwechsels entstehen. Bestimmte Faktoren – etwa Rauchen, Stress oder Medikamente – können bewirken, dass der Körper vermehrt freie Radikale freisetzt.

Dies führt zu sogenanntem oxidativem Stress, der in der Folge Zellen schädigen und die Hautalterung sowie bestimmte Krankheiten begünstigen kann. Hierzu zählen etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Grauer Star (Katarakt). Antioxidantien gelten als "Radikalfänger": Sie sind in der Lage, mit den freien Radikalen eine chemische Verbindung einzugehen, sodass diese unschädlich gemacht werden.

Da Rotwein reich an Polyphenolen ist, wirkt er somit auch antioxidativ. Zu den Polyphenolen, die für die Effekte von Rotwein bedeutsam sind, zählen vor allem Resveratrol, Quercetin, Procyanidin (kondensierte Tannine) und Katechine.

Polyphenole sind jedoch nicht nur in Rotwein beziehungsweise Weintrauben, sondern auch in vielen anderen Lebensmitteln enthalten.


Wie oft trinken Sie alkoholhaltige Getränke?