Alkoholismus (Alkoholabhängigkeit, Alkoholsucht): Vorbeugen

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (09. Oktober 2015)

Alkoholismus (Alkoholabhängigkeit, Alkoholsucht) kann man nicht sicher vorbeugen. Je früher eine Person mit dem Trinken anfängt, desto größer ist die Gefahr, in eine Alkoholabhängigkeit zu geraten.

Daher sollten Eltern vorbeugen: Wer das Selbstwertgefühl seines Kinds stärkt, senkt sein Risiko für Alkoholismus. Auch wenn ein Kind beziehungsweise Jugendlicher in der Regel nicht auf Belehrungen hören mag – vermitteln Sie ihm, welche Wirkung Alkohol auf den Körper hat und warum es besser ist, möglichst keinen beziehungsweise nur wenig Alkohol zu sich zu nehmen. Nicht zuletzt können die Eltern mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie selbst verantwortungsvoll mit Alkohol umgehen.

Generell gilt: Fallen Kinder oder Jugendliche durch Alkoholkonsum auf, sollte man immer fachlichen Rat hinzuziehen!

Auch als Erwachsener kann man dafür sorgen, einer Alkoholabhängigkeit vorzubeugen. Personen mit einem erhöhten Risiko für Alkoholismus – etwa Menschen, deren Eltern Alkoholiker sind – sollten besonders auf ihren Alkoholkonsum achten.

Wie empfindlich jemand auf Alkohol reagiert, ist individuell sehr verschieden und hängt unter anderem von genetischen Faktoren und zusätzlichen Einflüssen wie etwa Bluthochdruck ober Übergewicht ab. Auch in geringen Mengen kann Alkohol schädlich sein. Einen risikofreien Alkoholkonsum gibt es daher nicht.

Als grobe Richtlinie gilt:

  • Für Frauen: Trinken Sie nicht mehr nicht mehr als ein Standardglas Alkohol wie etwa 0,3 l Bier ODER 0,15 l Wein/Sekt ODER 0,4 cl einer Spirituose an einem Tag; dies entspricht etwa 12 Gramm reinem Alkohol.
  • Für Männer: Trinken Sie nicht mehr als zwei Standardgläser Alkohol wie etwa 0,6 l Bier ODER 0,3 l Wein/Sekt ODER 0,8 cl einer Spirituose an einem Tag; dies entspricht etwa 24 Gramm reinem Alkohol.

Ob man alkoholabhängig wird, ist jedoch nicht unbedingt nur eine Frage der Menge, sondern auch eine Frage der Gewohnheit. Um eine Gewöhnung zu vermeiden, ist es sinnvoll, an mindestens zwei bis drei Tagen in der Woche ganz auf Alkohol zu verzichten.

Jemand lehnt den ihm angebotenen Alkohol ab. © iStock

Es geht auch mal ohne Alkohol!

Empfohlen wird jedem, der regelmäßig Alkohol zu sich nimmt, einmal pro Jahr für einige Wochen abstinent zu leben.

Und wer bereits den Verdacht hat, möglicherweise unter Alkoholismus zu leiden, sollte vorbeugen und nicht zögern, möglichst bald den Arzt seines Vertrauens aufzusuchen. Auch Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen können eine erste Anlaufstelle sein. Oft ist es schon eine Erleichterung, diesen ersten wichtigen Schritt gemacht zu haben. Wenn man es nicht direkt zum Fachmann schafft, kann zunächst das Gespräch mit einem Freund oder Familienmitglied hilfreich sein, um dann mit Unterstützung der nahestehenden Person Hilfe zu holen. Viele Alkoholiker schaffen es, nach einem Entzug ihr Leben lang abstinent zu bleiben – und somit ein gesünderes Leben zu führen!


Wie oft trinken Sie alkoholhaltige Getränke?