Alkoholismus (Alkoholabhängigkeit, Alkoholsucht): Symptome & Verlauf

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (09. Oktober 2015)

Menschen, die an Alkoholismus (Alkoholabhängigkeit, Alkoholsucht) leiden, können die Symptome oft lange Zeit vor anderen verbergen. Dabei entwickelt sich die Sucht meist schleichend.

Eine Alkoholabhängigkeit entsteht sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene. Dabei ist es keine Frage der Menge, ob jemand Alkoholiker ist oder nicht: Manche Alkoholiker können ihren täglichen Alkoholkonsum auf einem gewissen Pegel halten, schaffen es jedoch nicht, völlig abstinent zu bleiben. Andere trinken dagegen tagelang, ohne ihren Konsum kontrollieren zu können. Die Symptome einer Alkoholabhängigkeit können also variieren.

Charakteristische Symptome des sogenannten Alkoholabhängigkeitssyndroms sind zum Beispiel:

  • der starke Wunsch / Drang, Alkohol zu sich zu nehmen
  • die Unfähigkeit, Beginn und Ende des Trinkens zu kontrollieren beziehungsweise zu kontrollieren, wie viel getrunken wird
  • körperliche Entzugserscheinungen
  • Toleranzentwicklung: Der Alkoholiker benötigt immer höhere Dosen, um sich gut zu fühlen und eine Wirkung zu spüren.
  • Interessenverlust: Dinge, die der Person früher Spaß gemacht haben, rücken in den Hintergrund.
  • Unfähigkeit, den Konsum zu stoppen, obwohl es bereits zu körperlichen, psychischen und sozialen Folgen gekommen ist
Ein traurig aussehender Mann neben einigen Flaschen mit Alkohol. © iStock

Alkoholiker schaffen es nicht, dem Drang nach Alkohol zu widerstehen.


Entzugserscheinungen

Alkoholismus führt zu Entzugserscheinungen. Die Symptome treten auf, wenn die Droge fehlt. Trinkt ein Alkoholiker keinen Alkohol, kommt es nach vier bis zwölf Stunden zum Alkoholentzugssyndrom. Bei fortgeführter Abstinenz klingen die Entzugserscheinungen innerhalb einer Woche ab.

Als Entzugserscheinungen treten zum Beispiel folgende Symptome auf:

Zudem kann ein Alkoholdelir (Delirium tremens) auftreten, bei dem beispielsweise Symptome wie Halluzinationen, starke Ängste, Desorientiertheit, Verwirrtheit, Zittern oder Schwitzen im Vordergrund stehen.

Verlauf

Alkoholismus (Alkoholabhängigkeit, Alkoholsucht) entwickelt sich schleichend über einen längeren Zeitraum hinweg und nimmt einen chronischen Verlauf. Dabei kann man verschiedene Phasen unterscheiden.

PhaseBeschreibung
Präalkoholische Phase Die Person trinkt immer öfter, um Stress zu reduzieren oder sich bei Problemen Erleichterung zu verschaffen (Erleichterungstrinken). Der Körper gewöhnt sich immer mehr an die Droge; es kommt zu einer Toleranzentwicklung.
Prodromalphase Die Person trinkt heimlich und denkt immer öfter an Alkohol. Sie sammelt Alkohol auf Vorrat und versucht das Thema vor anderen zu meiden.
Kritische Phase Im weiteren Verlauf nehmen Stimmungsschwankungen und Kontrollverlust zu. Der Betroffene versucht, zeitweilig abstinent zu bleiben. Interessen und soziale Aktivitäten lassen nach und es kommt zu ersten körperlichen Folgen des Alkoholkonsums.
Chronische Phase In dieser Phase hat der Alkohol schon deutliche körperliche und psychische Schäden hinterlassen. Viele Alkoholiker trinken schon morgens und greifen auch auf billige Ersatzstoffe zurück. Es kommt zum sozialen Abstieg.

Außenstehende können Alkoholismus anfangs nur schwer erkennen. Der Betroffene wirkt nervös und unruhig, kann sich nur schwer konzentrieren und scheint bedrückt. Im weiteren Verlauf der Alkoholabhängigkeit verändert die Person sich zunehmend, sie ist beispielsweise reizbar und stimmungslabil.


Wie oft trinken Sie alkoholhaltige Getränke?