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Rundum vorsorgen – Teil 5: Krebsfrüherkennung für Frauen

Autor: Onmeda-Redaktion

Überblick

Viele Krebserkrankungen wie zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) oder Brustkrebs kann der Frauenarzt im Rahmen einer Vorsorge-Untersuchung bereits in einem frühen Stadium entdecken. Und je früher der Krebs erkannt wird, umso höher sind die Heilungschancen.

Das Bild zeigt einen Arzt im Gespräch mit einer Frau.

Der Gebärmutterhals und die weiblichen Brüste lassen sich dabei auch ohne großen apparativen Aufwand sehr gut untersuchen. Deshalb besitzt die Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt eine besondere Bedeutung.

Wer sollte hingehen?

Zur Vorbeugung des Gebärmutterhalskrebses sollten Frauen ab dem 20. Lebensjahr eine jährliche Vorsorge-Untersuchung in Anspruch nehmen. Ab dem 30. Lebensjahr ist eine zusätzliche Brustkrebs-Früherkennung ratsam. Hierzu untersucht der Frauenarzt die Brust und leitet die Frau zur Selbstuntersuchung der Brust an. Im Alter von 50 bis 69 Jahren steht jeder Frau im Rahmen der gynäkologischen Früherkennung zusätzlich eine routinemäßige Röntgenaufnahme der Brust (sogenannte Mammographie) zu.

Für Frauen ab dem 20. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Früherkennungs-Untersuchung einmal im Jahr. Bei Beschwerden können und sollen Frauen ihren Gynäkologen natürlich jederzeit konsultieren.

Wie ist der Ablauf einer gynäkologischen Vorsorge-Untersuchung?

Die gynäkologische Vorsorge-Untersuchung besteht aus mehreren Einzeluntersuchungen:

Aufnahme der Krankengeschichte (Anamnese)

Für den Frauenarzt sind unter anderem folgende Informationen zur Krebsfrüherkennung wichtig:

  • Zahl der bisherigen Schwangerschaften einschließlich Fehlgeburten.
  • Wann war die letzte Periode?
  • Gibt es Auffälligkeiten wie Zwischenblutungen, Dauer- oder Schmierblutungen?
  • Welche Verhütungsmittel werden angewendet?
  • Werden sonstige Hormone eingenommen?

Tastuntersuchung der Brust

Der Arzt tastet das Drüsengewebe der Brust ab, um eventuelle Verhärtungen und andere knotige Veränderungen im Gewebe aufzuspüren. Außerdem untersucht er die Achselhöhlen, um festzustellen, ob Lymphknoten vergrößert sind.

Gynäkologischer Stuhl

Hier untersucht der Arzt zunächst den sichtbaren Bereich der Vagina, also die großen und kleinen Schamlippen. Danach begutachtet er den Scheideneingang, die Scheide selbst sowie den Muttermund und sucht nach verdächtigen Veränderungen.

Kolposkopie

Das Kolposkop ist eine Art Lupe, die es dem Arzt bei Bedarf ermöglicht, sich den äußeren Muttermund und die Scheidenwände in 10- bis 40-facher Vergrößerung anzuschauen. So kann er auch kleinste Veränderungen auf der Schleimhaut sehen, die das bloße Auge nicht erkennt.

Zellabstrich

Der Zellabstrich hat das Ziel, Gebärmutterhalskrebs so früh wie möglich zu entdecken. Bei dieser völlig schmerzfreien Untersuchung entnimmt der Frauenarzt mit dünnen Watteträgern zwei Abstriche: einen vom äußeren Gebärmuttermund und einen vom Gebärmutterhals (Zervix). Diese Abstriche lässt er im Labor auf Zellveränderungen und Krebs(vorstufen) untersuchen.

PAP-Test

Die Ergebnisse der Abstrichuntersuchung (PAP-Test) lassen sich in verschiedene Gruppen von PAP I bis PAP V einteilen. Je nachdem, welches Stadium der Arzt entdeckt, sind weitere diagnostische und therapeutische Maßnahmen notwendig.

Lesen Sie im nächsten Teil der Serie Rundum vorsorgen Wissenswertes zum Thema Selbstuntersuchung der Brust.

Quellen:

Prävention: Erwachsene. Online-Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit: www.bundesgesundheitsministerium.de (Stand: 21.01 2011)

Pap-Test: Klassifikation nach Papanicolaou. Online-Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG): www.krebsgesellschaft.de (Stand: 12.10.2010)

Goerke, K.: Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe. Urban & Fischer, München 2010

Krebsinformationsdienst KID: Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung: Untersuchungsergebnisse und Behandlung von Krebsvorstufen. Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: Mai 2010)

Robert Koch-Institut (Hrsg.) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends. 7. Ausgabe, Berlin 2010

Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer, Heidelberg 2007

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