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Gesund unterwegs – Teil 3: Risiko Reisethrombose

Autor: Onmeda-Redaktion

Überblick

Ob im Flieger, im Zug oder während der Autofahrt – dauert eine Reise länger, ist dies zwangsläufig mit langem Sitzen verbunden. Das kann das Risiko für eine Reisethrombose erhöhen. Allerdings ist das Risiko für eine Reisethrombose deutlich geringer, als es häufig dargestellt wird.

Man sieht die Füße einer Frau.

Eine Reisethrombose kann durch langes, bewegungsarmes Sitzen entstehen. Die Sitzhaltung drückt die Venen im Knie oder in der Leiste zusammen oder klemmt sie sogar ab. Das behindert den Rückfluss des Bluts aus den Beinen zum Herzen. Bei Risikopersonen können sich so in den Beinvenen Blutgerinnsel bilden. Lösen sie sich, kann ein plötzlicher Gefäßverschluss durch einen Blutpfropf (Embolie) in der Lunge entstehen. Gesunde Menschen haben jedoch nur ein sehr geringes Risiko, durch einen Langstreckenflug eine Thrombose zu bekommen: Es liegt unter einem Zehntelprozent (0,02 bis 0,05%). Auch für Personen aus Risikogruppen ist die Wahrscheinlichkeit einer Reisethrombose nur sehr gering (0,2%). Das Risiko ist also knapp um das Vierfache höher als bei gesunden Menschen, aber trotzdem immer noch sehr niedrig.

Wer ist gefährdet?

Bei gesunden Menschen ist das Risiko an einer Reisethrombose zu erkranken nur sehr gering. Es gibt allerdings Risikogruppen, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer Thrombose leicht erhöht ist. Folgende Faktoren können das Risiko für eine Reisethrombose erhöhen:

Vorbeugen: Bewegung ist das A & O!

Mithilfe einfacher Regeln können Sie das Risiko einer Reisethrombose auf beinah null reduzieren:

  • Bewegen Sie sich! Vermeiden Sie stundenlanges, starres Sitzen. Bewegung ist überall möglich, egal ob im Flugzeug, im Zug, im Bus oder während einer Pause im Auto.
  • Trinken Sie ausreichend! Am besten Wasser mit wenig Kohlensäure, Saftschorlen oder Kräuter- und Früchtetee.
  • Verzichten Sie während einer längeren Reise möglichst auf Alkohol, Kaffee und Rauchen..
  • Tragen Sie luftige Kleidung und bequeme Schuhe, die nicht einengen.
  • Bei einer bekannten Thromboseneigung können medizinische Kompressionsstrümpfe das Thromboserisiko senken.

Der blutverdünnende Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) ist dagegen als Prophylaxe unwirksam. Acetylsalicylsäure wirkt zwar in den Arterien, aber nicht in den Venen, wo eine Reisethrombose eigentlich entsteht. Für Risikopassagiere gilt es, sich insbesondere auf Langstreckenflüge vorzubereiten und im Zweifel einen Arzt zu Rate ziehen.

Lesen Sie heute in einer Woche Wissenswertes zum Thema Einfache Übungen für lange Reisen. Vergangene Tipps dieser Themenserie finden Sie hier: Gesund unterwegs.

Quellen:

Online-Informationen des Berufsverbands Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de (Abrufdatum: 22.06.2011)

Online-Informationen der Deutschen Venen-Liga e.V.: www.venenliga.de (Abrufdatum: 22.06.2011)

Pressemitteilung der WHO: Study results released on travel and blood clots. WHO project finds VTE risk higher after long travel, but still relatively low (29.06.2007)

Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2007

Kretschmer, H., Kusch, G., Scherbaum, H.: Reisemedizin. Urban & Fischer, München 2005

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