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Schwerhörigkeit

Schallempfindungsschwerhörigkeit

Stand: 24. November 2008Autor: Onmeda-Redaktion

Die Schallempfindungsschwerhörigkeit kann akut auftreten oder chronische Formen annehmen. Für die akute Schallempfindungsschwerhörigkeit können verschiedene Ursachen verantwortlich sein:

  • Hörsturz: plötzliche, meist einseitige, Hörverschlechterung.
  • starker Lärm über 120 Dezibel
  • akute Infektionen, die auch das Innenohr betreffen, wie Hirnhautentzündung, Gürtelrose am Ohr (Zoster oticus), AIDS, Mumps, Lues (Syphilis), Toxoplasmose, Borreliose, Masern, Scharlach, Typhus, Fleckfieber und Brucellose.
  • Medikamenten-Nebenwirkungen
  • akute und chronische Vergiftungen durch Stoffe, die im Arbeitsprozess verwendet werden, wie: Aminobenzol, Blei, Fluor, Kohlenmonoxid, Quecksilber, Schwefelkohlenstoff und Nitrobenzol
  • Gewalteinwirkung auf den Schädel, die das Innenohr auch dann schädigen kann, wenn der Schlag nicht direkt auf das Ohr trifft: Der Grund besteht in der Fortleitung der Druckwelle über die Knochenleitung auf das Innenohr.
  • Schädelbruch: Bei einem Schädelbruch kann die Bruchlinie durch alle Strukturen des Ohrs gehen. Geht die Bruchlinie durch das Innenohr (Pyramidenquerbruch) kann es zu plötzlichem Hörverlust, Schwindel oder einer Gesichtsnervenlähmung kommen.
  • Riss der Membranen zwischen Mittel- und Innenohr (Fensterruptur) durch operative Eingriffen, Gewalteinwirkungen, Lärmschäden, Barotrauma oder Anstieg des Hirndrucks
  • Elektrounfall, Blitzschlag
  • Erkrankungen wie Morbus Menière, Nierenfunktionsstörungen, Gefäßveränderungen, Erkrankungen der Halswirbelsäule (Zervikalsyndrom) oder multiple Sklerose
  • extreme Stresssituationen (psychogene Schwerhörigkeit)

Die chronische Schallempfindungsstörung entsteht zum Beispiel durch:

  • angeborene anatomische Fehlbildungen (z.B. inkomplette Anlage der Cochlea) wie auch funktionelle Störungen
  • tägliche sechs- bis achtstündige Lärmbelastung über 80 dB über lange Zeit, z.B. bei Metallarbeitern, Baggerfahrern, Straßenbauarbeitern oder Disk Jockeys (DJ) ohne entsprechenden Gehörschutz
  • verschiedene Alterungsprozesse im fünften bis sechsten Lebensjahrzehnt: Zunächst verschlechtert sich das Hören der hohen Frequenzen, so hört man beispielsweise das Zirpen der Grillen nicht mehr. Das Sprachverständnis, besonders bei starken Hintergrundgeräuschen nimmt ab (Cocktailparty-Effekt).
  • Erkrankungen wie Nieren- und Schilddrüsenfunktionsstörungen, Diabetes mellitus, Gefäßveränderungen (Arteriosklerose) sowie eine Reihe von Immunerkrankungen
  • Akustikusneurinom, eine langsam wachsende gutartige Geschwulst am Hör- bzw. Gleichgewichtsnerven
  • Druckerhöhung und damit Schädigung der Sinneszellen im Innenohr (Morbus Menière)
  • Schwerhörigkeit aufgrund autoimmuner Antikörper: Diese wurde erstmals 1979 beschrieben und kommt sowohl einzeln als auch in Form von Syndromen (z.B. Systemischer Lupus Erythematosus) vor.
  • Hörstörungen, deren Ursache in den Hirnstrukturen zu suchen ist (zentrale Hörstörungen): Meist finden sich hierbei gleichzeitig andere neurologische Veränderungen.

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