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Schwerhörigkeit

Ursachen

Stand: 24. November 2008Autor: Onmeda-Redaktion

Die Ursachen für eine Schwerhörigkeit unterscheiden sich je nachdem, ob es sich um eine Schallleitungsschwerhörigkeit oder eine Schallempfindungsschwerhörigkeit beziehungsweise um eine akute oder chronische Erkrankung handelt.

Schallleitungsschwerhörigkeit

Eine Schallleitungsschwerhörigkeit entsteht durch einen Verschluss des Gehörgangs, sodass der Schall nicht mehr zum Innenohr gelangen kann, oder durch Schädigungen der schallleitenden Strukturen.

Dies kann akut erfolgen durch:

  • vermehrte Bildung von Ohrschmalz (Zerumen) oder das "nach hinten Schieben" des Ohrschmalzes bei Reinigungsversuchen sowie die Arbeit unter staubigen Bedingungen
  • Wasser, das z.B. nach dem Baden oder Schwimmen ins Ohr eingedrungen ist
  • eine Entzündung der Haut des Gehörgangs (Otitis externa) oder eine lokal begrenzte Entzündung ausgehend von den Haarwurzeln im Gehörgang (Ohrfurunkel); durch die entzündliche Schwellung der Haut kann es zum Verschluss des Gehörgangs kommen
  • Durchstechen des Trommelfells, z.B. bei der Ohrreinigung oder das Zerreißen durch einen Schlag auf das Ohr mit der flachen Hand
  • einen Verschluss oder eine Verletzung der Ohrtrompete: Die Ohrtrompete (Tube) ist die Verbindung zwischen Mittelohr und Nasenrachen. Über sie wird der Luftdruck im Mittelohr ausgeglichen. Bei Schnupfen kann die Öffnung der Tube durch entzündliche Veränderungen erschwert oder gar nicht erfolgen. Bei schnellen Luftdruckveränderungen, zum Beispiel beim Fliegen, Seilbahnfahren oder Tauchen, baut sich so ein Druckunterschied zwischen Mittelohr und äußerem Gehörgang auf, der das Trommelfell dehnt und manchmal zerreißt.
  • Verletzungen im Mittelohr oder einen Schädelbruch, wodurch die Verbindung zwischen den Knöchelchen unterbrochen wurde (Luxation)
  • eine Mittelohrentzündung (Otitis media)

Eine Schallleitungsschwerhörigkeit kann jedoch auch chronischen Charakter annehmen. Dies geschieht zum Beispiel durch:

  • angeborene Schalleitungsstörungen, wobei z.B. die Ohrmuschel fehlentwickelt sein kann oder ganz fehlt (Mikrotie) oder die Gehörgänge anatomisch versperrt sind. Auch angeborene Fehlbildungen des Mittelohrs, v.a. der Gehörknöchelchen sind möglich.
  • vermehrtes Knochenwachstum im Gehörgang (Exostosen)
  • Verengungen (Stenosen) durch Narben und Entzündungen
  • chronische Mittelohrentzündung
  • chronische Tubenventilationsstörung: Die Tube ist dauerhaft verschlossen. Besonders bei Kindern kann sich so Flüssigkeit im Mittelohr ansammeln (Sero- oder Mukotympanon). Heilt die Erkrankung nicht aus, kommt es zu Veränderungen der Mittelohrschleimhaut (Tympanosklerose) und einer hochgradigen Schwerhörigkeit.
  • Otosklerose: Durch entzündliche Umbauprozesse des Knochens wird der Steigbügel im ovalen Fenster fixiert und damit unbeweglich. Dadurch ist die Beweglichkeit der Gehörknöchelkette und somit die Fähigkeit der Schallübertragung eingeschränkt.
  • Geschwülste: Tumoren im Gehörgang und im Mittelohr können sowohl gut- als auch bösartig sein, sind aber relativ selten.

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