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Aufhören – aber wie?

Autor: Onmeda-Redaktion

Fast jeder Raucher möchte irgendwann einmal mit dem Rauchen aufhören. Es gibt viele Wege, sich aus der Nikotinabhängigkeit zu befreien. Voraussetzung hierfür ist aber in jedem Fall der Wille, den Zigaretten endgültig den Rücken zu kehren.

Schlusspunkt-Methode

Von jetzt auf gleich mit dem Rauchen aufhören! Diese Strategie eignet sich am ehesten für Raucher, die einen starken Willen haben. Die Schlusspunkt-Methode soll jedoch langfristig nur in wenigen Fällen zum Erfolg führen.

Nikotinersatzstoffe

Die Chancen, vom Rauchen loszukommen, können erhöht werden, wenn die Zigaretten in den ersten Wochen und Monaten durch Nikotinersatzstoffe ausgetauscht werden. Nikotin in Form von Pflastern, Kaugummis oder Lutschtabletten ist sicher und wirksam, wenn die Präparate korrekt angewendet werden. Voraussetzung ist dabei, dass keine schweren körperlichen Erkrankungen, wie zum Beispiel ein kürzlicher Herzinfarkt oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), bestehen.

Für Raucher, die weniger als 20 Zigaretten pro Tag geraucht haben, empfiehlt sich das Nikotinkaugummi. Über Wochen wird dabei statt des Rauchens einer Zigarette ein Kaugummi gekaut und so körperliche Entzugserscheinungen vermieden. Langsam wird die Menge der täglich verbrauchten Kaugummis reduziert und so die Nikotin-Abhängigkeit "ausgeschlichen". Nikotinkaugummis gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Gelegentlich können nikotinbedingte Magenprobleme auftreten.

Kaugummis und Lutschtabletten werden anstelle einer Zigarette benutzt – daher muss auch die Gewohnheit überwunden werden, sich zum Beispiel in stressigen Zeiten einen Nikotinschub zu verabreichen. Raucher, die extrem viele Zigaretten am Tag geraucht haben, profitieren eher von einem Nikotinpflaster als Ersatzstoff. Das Pflaster gibt an den Körper kontinuierlich Nikotin ab, das dadurch gleichmäßig aufgenommen werden kann.

Nikotinersatzstoffe sind auf den ersten Blick relativ teuer. Rechnet man aber dagegen, was durch das Nichtrauchen dauerhaft eingespart wird, sind die Ausgaben langfristig nicht nur aus gesundheitlicher, sondern auch aus finanzieller Sicht lohnenswert.

Anti-Raucher-Pille

Eine Alternative zu den Nikotinersatzstoffen stellt die medikamentöse Behandlung mit so genannten Anti-Raucher-Pillen dar, die Wirkstoffe wie Vareniclin oder Bupropion enthalten.

Der Wirkstoff Vareniclin vermindert das Verlangen nach einer Zigarette und mildert die typischen Entzugssymptome. Mögliche Nebenwirkungen des verschreibungspflichtigen Medikaments können zum Beispiel Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, abnorme Träume und Übelkeit sein. Als weitere Nebenwirkungen können in seltenen Fällen Verhaltens- oder Stimmungsveränderungen auftreten. Werden solche Veränderungen während der Einnahme beobachtet, sollte daher unbedingt mit dem behandelnden Arzt Rücksprache gehalten werden. Vareniclin wird über zwölf Wochen hinweg angewandt. Auf diese Weise kann Vareniclin den Zeitraum des so genannten Cravings überbrücken, das nach etwa zehn Wochen beendet ist. Unter dem englischen Begriff Craving versteht man das starke Verlangen nach einer Zigarette.

Mit dem Wirkstoff Bupropion wurden ursprünglich Depressionen behandelt. Während der Behandlung fiel auf, dass bei den Betroffenen das Verlangen zu rauchen abnahm und weniger Entzugserscheinungen auftraten. Die Anwendung des verschreibungspflichtigen Medikaments sollte mit dem Arzt abgesprochen werden. Bei bestimmten Vorerkrankungen darf Bupropion nicht verschrieben werden. Auch darf es nicht gemeinsam mit einigen Arzneimitteln eingenommen werden. Darüber hinaus gilt der Wirkstoff als gut verträglich. Nebenwirkungen können zum Beispiel Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen sein – diese Beschwerden lassen jedoch während der Behandlung nach. In seltenen Fällen wurden Krampfanfälle beobachtet. Das Suchtpotenzial der Substanz wird als sehr gering eingestuft.

Die Kosten der Behandlung mit Anti-Raucher-Pillen werden von den Krankenkassen bisher nicht übernommen. Auch diese Methode hat ihre besten Erfolgschancen dann, wenn sie mit psychischer Unterstützung kombiniert wird und die Eigenmotivation stimmt.

Verhaltenstherapie

Bei starken Rauchern, die schon viele Versuche der Entwöhnung hinter sich haben, bietet sich eine Verhaltenstherapie an. Hier werden besonders die Verführungssituationen zum Rauchen unter die Lupe genommen. Durch Motivationsförderung, Aufklärung über die Mechanismen der Suchtentwicklung und den Aufbau von neuen Verhaltensweisen wird der Raucher psychisch unterstützt. Findet die Behandlung in einer Gruppe statt, so stellt die Gemeinsamkeit mit anderen entwöhnungswilligen Rauchern einen zusätzlichen Anreiz zur konsequenten Entwöhnung dar.

Hypnose

Bei der Hypnose wirkt der Therapeut auf das Unterbewusstsein des Rauchers ein. In einem ersten Schritt wird das Rauchen mit unangenehmen Vorstellungen verbunden. Anschließend wird das Nichtrauchen mit positiven Gefühlen zusammengebracht. Die Erfolgsrate der Hypnose hängt sehr vom Therapeuten, aber auch von der grundlegenden Motivation des Rauchers ab. Wissenschaftlich belegt ist diese Methode der Rauchentwöhnung nicht.

Akupunktur

Die Akupunktur stammt aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Bei Nikotinabhängigkeit werden meist mehrere Suchtpunkte am Ohr genadelt. Dabei sollen das Verlangen nach der Zigarette und die Entzugserscheinungen vermindert werden. Über die Erfolgsraten der Akupunktur bei der Rauchentwöhnung gibt es keine wissenschaftlich belegten Zahlen, unter anderem weil die einzelnen Akupunkturschulen verschiedene Punkte behandeln und unterschiedliche Therapieempfehlungen aussprechen. Erfahrungsberichte weisen darauf hin, dass die Akupunktur bei einigen Rauchern sehr gut wirkt und bei anderen gar nicht oder nur kurzfristig.

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