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Autor: Onmeda-Redaktion
Die erste Infektion mit Lippenherpes (Herpes labialis) nimmt häufig einen milden Verlauf. Die ursächlichen Herpesviren bleiben jedoch auf Dauer im Körper, sodass es immer wieder zum Ausbruch der Infektion kommen kann.
Bei der Reaktivierung der Herpesviren kommt es zu einer Zweitinfektion, dem sichtbaren Lippenherpes. Die hierfür typischen Herpes-Bläschen können im weiteren Verlauf des Lebens (in verschieden langen Abständen) immer wieder auftreten. Eine Reaktivierung der Herpesviren kann jedoch auch ohne auffällige Symptome verlaufen. Bei leichten Verläufen des Lippenherpes (Herpes labialis) kommt es zur Spontanheilung.
Wenn die für Lippenherpes (Herpes labialis) verantwortlichen Erreger im Verlauf einer Infektion an andere Körperstellen gelangen, kann dies zu Komplikationen führen: So stellt die Beteiligung des Auges, vor allem der Hornhaut (Keratoconjunctivitis herpetica), eine schwerwiegende Variante der Herpes-simplex-Infektion dar. Hornhautnarben und Hornhauttrübung können die Folge sein und zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung führen.
Das für Lippenherpes überwiegend verantwortliche Herpes-simplex-Virus vom Typ 1 (HSV-1) kann außerdem eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) auslösen. Bei Erwachsenen und älteren Kindern ist eine akute Gehirnentzündung fast immer durch HSV-1 bedingt. Im typischerweise zweiphasigen Verlauf dieser Komplikation tritt zunächst ein grippeähnliches Stadium mit Kopfschmerzen und Fieber auf; anschließend sind Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen, Krampfanfälle bis hin zum Koma möglich. Unbehandelt verläuft die Herpes-simplex-Virus-Enzephalitis zu 70 Prozent tödlich. Mit Behandlung beträgt die Sterblichkeit immer noch bis zu 20 Prozent.
Eine Infektion mit dem Erreger des Lippenherpes kann vor allem bei kleinen Kindern einen schwerwiegenden Verlauf nehmen. Nach Übertragung der Erreger auf Neugeborene sind folgende Komplikationen möglich:
Das für Herpes labialis überwiegend verantwortliche Herpes-simplex-Virus vom Typ 1 (HSV-1) löst etwa jede vierte Herpes-simplex-Infektion bei neugeborenen Kindern aus. Bei Lippenherpes findet die Ansteckung der Kinder vor allem nach der Geburt statt. Dabei kann sich das Baby sowohl bei der Mutter als auch beim Vater oder Pflegepersonal anstecken. Dagegen bedeutet ein – ebenfalls durch Herpes-simplex-Viren verursachter – Genitalherpes (Herpes genitalis) einer Frau in der Schwangerschaft vor allem während der Geburt ein hohes Ansteckungsrisiko für das Baby.
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