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Krebstherapie

Zytostatika

Stand: 4. Mai 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Die Angriffspunkte von Zytostatika unterscheiden sich von Wirkstoff zu Wirkstoff: So ähneln einige Zytostatika in ihrer chemischen Struktur den Bausteinen der menschlichen Erbsubstanz (DNA). Sie integrieren sich so in die Erbsubstanz der Krebszelle, dass diese zerstört wird oder sie sich nicht mehr weiter teilen können. Eine andere Klasse von Zytostatika behindert den Aufbau und bestimmte Funktionen der Erbsubstanz DNA. Wieder andere Zytostatika blockieren die Produktion von Eiweißen innerhalb der Zelle. Diese Zytostatika sorgen dafür, dass der Krebszelle das Baumaterial für die im Stoffwechsel benötigten Enzyme ausgeht. Ohne einen funktionierenden Stoffwechsel stirbt die Tumorzelle ab.

Die zugrunde liegenden Mechanismen bei Zytostatika deuten es bereits an: Tumorzellen werden durch die Behandlung mit Zytostatika nicht einfach großflächig zerstört. Eine solch umfangreiche Gewebezerstörung (sog. Tumornekrose oder Tumorlyse) würde den Körper mit Zelltrümmern und Abbauprodukten geradezu überschwemmen, was Organe wie die Niere überlasten könnte. Die durch Zytostatika getöteten Tumorzellen werden durch einen kontrollierten Prozess erkannt und gezielt abgebaut. Diesen Vorgang bezeichnet man als Apoptose oder auch den programmierten Zelltod. Die Apoptose schädigt im Gegensatz zur Gewebezerstörung (Nekrose) nicht das Nachbargewebe, da sie keine Entzündungsprozesse im Gewebe verursacht.

Da Zytostatika vor allem, aber eben nicht nur Tumorgewebe angreifen, wird auch das gesunde Gewebe durch Zytostatika angegriffen und geschädigt. Zytostatika können grundsätzlich jedes Organ mehr oder weniger stark in Mitleidenschaft ziehen. So können Zytostatika das Knochenmark derart schädigen, dass die Blutbildung gestört ist und es in der Folge zu einer Blutarmut (Anämie) kommt, die ihrerseits das Blutungsrisiko erhöht. Eine Behandlung mit Zytostatika schwächt zudem das Immunsystem und erhöht die Gefahr von Infektionen. Zytostatika haben darüber hinaus selbst eine gewisse krebsauslösende (kanzerogene) Wirkung. Bei einer Chemotherapie treten als Nebenwirkungen Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und allgemeine Abgeschlagenheit sowie Haarausfall auf. Die im Zuge einer Chemotherapie auftretenden Nebenwirkungen lassen sich durch die Gabe anderer Medikamente häufig wirkungsvoll verringern (z.B. durch Mittel gegen Übelkeit, sog. Antiemetika).

Bei vielen Krebserkrankungen, wie beispielsweise dem Brustkrebs und dem Darmkrebs, ist die Chemotherapie ausgesprochen wirkungsvoll. In Kombination mit operativen und gegebenenfalls weiteren Behandlungen werden gute Heilungsergebnisse erzielt.

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