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Darmkrebs (Kolonkarzinom)

Ursachen

Autor: Onmeda-Redaktion

Darmkrebs kann viele Ursachen haben. Darmkrebs wird durch eine Reihe von Risikofaktoren begünstigt:

Vererbbare Risikofaktoren (hereditäre Prädisposition)

Es sind mehrere vererbbare Fehler der Erbanlagen (Gendefekte) bekannt, die zu speziellen Krankheiten mit einem hohen Risiko für Darmkrebs führen. Zu diesen vererbbaren Risikofaktoren (hereditäre Prädisposition) zählen folgende Erkrankungen:

  • Familiäre adenomatöse Polyposis (FAP)
  • Gardner-Syndrom
  • Peutz-Jeghers-Syndrom
  • HNPCC (Lynch-Syndrom)

Familiäre adenomatöse Polyposis (FAP)

Die familiäre adenomatöse Polyposis (FAP) ist durch viele zunächst gutartige Geschwulste, sogenannte Polypen, im Dickdarm gekennzeichnet, aus denen sich Darmkrebs entwickeln kann. Sie wird bei 1 von 10.000 Neugeborenen entdeckt.

Bei der FAP handelt es sich um eine autosomal dominant vererbbare Erkrankung. Dies bedeutet, dass eine Person, die unter dieser Erkrankung leidet, die FAP mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent an ihre Kinder weitervererbt. Allerdings lässt sich bei einem Drittel der Betroffenen kein eindeutiger Erbgang nachweisen. In diesen Fällen muss der Fehler der Erbanlagen (Gendefekt) also neu entstanden sein. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit für Darmkrebs liegt bei der FAP bei hundert Prozent. Sie ist für etwa ein Prozent aller Krebserkrankungen des Mastdarms (Rektumkarzinome) verantwortlich.

Gardner-Syndrom

Das Gardner-Syndrom beruht auf einem ähnlichen Erbfehler (Gendefekt) wie die FAP. Es ist ebenfalls durch viele Geschwulste (Polypen) im Dickdarm gekennzeichnet, die bösartig entarten können. Daneben treten beim Gardner-Syndrom weitere gutartige Tumoren beispielsweise der Knochen (Osteome), des Fettgewebes (Lipome), des Bindegewebes (Fibrome) und Zysten der Talgdrüsen auf. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit für Darmkrebs liegt beim Gardner-Syndrom bei hundert Prozent.

Peutz-Jeghers-Syndrom

Auch beim Peutz-Jeghers-Syndrom entwickelt sich eine große Zahl von zunächst gutartigen Geschwulsten (Polypen) im Darm und im Magen. Außerdem entstehen in der Mundschleimhaut sowie an Armen und Beinen bräunliche Flecken. Gegenüber der Normalbevölkerung ist bei dieser Erkrankung das Darmkrebs-Risiko deutlich erhöht, liegt jedoch nicht bei hundert Prozent. Mit einer Erkrankung pro 120.000 Geburten ist das Peutz-Jeghers-Syndrom eher selten.

HNPCC (Lynch-Syndrom)

Das sogenannte hereditäre kolorektale Karzinom ohne Polyposis (engl.: Hereditary Non-Polyposis Colorectal Cancer, abgekürzt HNPCC), auch Lynch-Syndrom genannt, ist für fünf bis zehn Prozent der Darmkrebs-Fälle verantwortlich. Meist tritt der bösartige Tumor beim HNPCC im rechten Dickdarm-Abschnitt auf, häufig an zwei Stellen gleichzeitig. Auch außerhalb des Darms ist das Risiko für Krebs bei Betroffenen erhöht.

Bei der Diagnose des HNPCC sind die Betroffenen durchschnittlich 45 Jahre alt. Ist ein Elternteil erkrankt, so beträgt das Risiko der Kinder, ebenfalls an einem hereditären kolorektalen Karzinom ohne Polyposis zu erkranken, zwischen 40 und 50 Prozent.

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