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Autor: Onmeda-Redaktion
Der Wirkstoff 5-Fluorouracil (5-FU) bildete als Einzelwirkstoff und später in Kombination mit Folinsäure (5-FU/FA) über 30 Jahre den Standard in der Chemotherapie bei Darmkrebs. In den letzten Jahren wurde eine Reihe neuer, hochwirksamer Substanzen entwickelt, die heute erfolgreich eingesetzt werden. Dazu gehören unter anderen die Wirkstoffe Oxaliplatin und Capecitabin. Gute Erfolge werden auch mit dem im Jahr 2000 zugelassenen Irinotecan erreicht, welches aus der Substanz Camptothecin, einem pflanzlichen Wirkstoff des chinesischen Baumes Xi-Shu, hergestellt wird.
Im Unterschied zu vielen anderen Chemotherapeutika hat Capecitabin den Vorteil, dass das Medikament seine Wirkung gezielt in den Tumorzellen entfaltet. Gesunde Zellen werden daher durch die Therapie weniger beeinträchtigt. Capecitabin wird nicht als Infusion verabreicht, sondern kann im Rahmen einer oralen Chemotherapie als Tablette eingenommen werden. Capecitabin ist eine inaktive Vorstufe von 5-FU, die über die Darmwand in den Körper gelangt. Körpereigene Enzyme verarbeiten diese inaktive Form von 5-FU in drei Schritten weiter. Im letzten Schritt aktiviert das Enzym Thymidinphosphorylase den Wirkstoff – ein Enzym, das vor allem in Krebszellen vorkommt. Gesunde Zellen werden dadurch kaum in Mitleidenschaft gezogen. Viele der Nebenwirkungen einer Chemotherapie entstehen daher erst gar nicht (z.B. Haarausfall) oder treten seltener auf (z.B. Durchfall, Erbrechen, Entzündungen der Mundschleimhaut).
Mit der Kombination von 5-FU und den neuen Medikamenten werden deutlich gesteigerte Therapieerfolge bei Darmkrebs erzielt. Auch in fortgeschrittenen Darmkrebs-Stadien können so deutlich verlängerte Überlebensraten bei verbesserter Lebensqualität erreicht werden, teilweise mehrere Jahre gegenüber wenigen Monaten ohne Behandlung. 5-FU ist auch in Tablettenform verfügbar. Im Vergleich zu seiner Gabe als Infusion sind die Tabletten verträglicher und die Therapie ist angenehmer und einfacher.
Die in der Chemotherapie bei Darmkrebs eingesetzten, stark wirksamen Medikamente bringen auch einige unerwünschte Begleiterscheinungen mit sich. Hierzu gehören zum Beispiel Appetitlosigkeit, Durchfall und Haarausfall. Die Häufigkeit und die Ausprägung dieser Nebenwirkungen haben allerdings mit dem Einsatz der neuen Wirkstoffe und moderner Behandlungsprotokolle abgenommen. Zudem kann man die unerwünschten Wirkungen in der Regel gut medikamentös behandeln. Nach Beendigung der Chemotherapie beziehungsweise im Verlauf der Behandlung klingen die Nebenwirkungen meist schnell wieder ab.
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