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Darmkrebs (Kolonkarzinom)

Antikörpertherapie

Autor: Onmeda-Redaktion

Ein Nachteil der Chemotherapie ist, dass neben den Krebszellen in der Regel auch gesunde Zellen des umliegenden Gewebes in Mitleidenschaft gezogen werden. Künstlich hergestellte Antikörper, die sich gegen spezielle Merkmale der Krebszellen richten, können deutlich gezielter gegen Krebszellen wirken, während sie gleichzeitig gesunde Zellen schonen. Antikörper spielen deshalb in der Therapie des Darmkrebses zunehmend eine Rolle. Mithilfe von künstlich hergestellten Antikörpern lässt sich Darmkrebs bislang jedoch nicht heilen. Sie können jedoch die vorhandenen Therapiemöglichkeiten sinnvoll ergänzen.

Das Immunsystem ist zwar in der Lage, selbst Antikörper auszubilden. Die Unterschiede zwischen den Krebszellen und den gesunden Zellen sind jedoch nicht groß genug und daher nicht "fremd" genug. Das Immunsystem kann mithilfe seiner eigenen Antikörper deshalb nicht viel gegen den Darmkrebs ausrichten. Künstlich hergestellte Antikörper bieten hier gegenüber körpereigenen Antikörper einen entscheidenden Vorteil: Sie werden gezielt auf häufig vorkommende Merkmale von Darmkrebszellen hin "entworfen".

Bei fortgeschrittenem Darmkrebs, der bereits Metastasen gebildet hat, und bei dem eine Chemotherapie bislang wirkungslos blieb, kann der Antikörper Cetuximab sinnvoll sein. Cetuximab kann alleine oder auch kombiniert mit einer Chemotherapie eingesetzt werden.

Versagen die Wirkstoffe der Chemotherapie bei Darmkrebs, ist auch der Einsatz des Antikörpers Panitumumab möglich, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind – denn Panitumumab wirkt nicht bei jedem Patienten. Deswegen muss vorher ein Test durchgeführt werden, der klärt, ob beim Patienten alle Gegebenheiten für eine optimale Wikrung vorliegen.

Angiogenesehemmer

Ab einer gewissen Größe muss jeder Tumor über Blutgefäße mit Nährstoffen versorgt werden, um weiterwachsen zu können. Da der Tumor selbst keine Blutgefäße ausbilden kann, sendet er einen Botenstoff aus: den Wachstumsfaktor VGEF (Abk. für engl. vascular endothelial growth factor). Dieser Botenstoff bewirkt, dass umliegende Blutgefäße kleine Verästelungen in Richtung des Tumors ausbilden. Auf diese Weise kann sich auch ein größerer Tumor mit ausreichend Nährstoffen versorgen und hat die Möglichkeit, weiter zu wachsen. Durch den Anschluss des Tumors an die Blutgefäße des Körpers erhöht sich auch die Gefahr für Metastasen, denn über die Blutbahn können Krebszellen in andere Körperbereiche gelangen.

Die Bildung neuer Blutgefäße nennt man Angiogenese. Angiogenesehemmer wie der Antikörper Bevacizumab bekämpfen nicht die Krebszellen an sich. Sie blockieren vielmehr den Wachstumsfaktor VGEF und verhindern so, dass sich neue Blutgefäße zur Versorgung des Tumors bilden. Das Tumorwachstum wird dadurch verlangsamt und die Gefahr einer Metastasenbildung verringert. Bevacizumab wird bei fortgeschrittenem Darmkrebs, der bereits Metastasen gebildet hat, begleitend zu einer Chemotherapie eingesetzt.

Targeted Therapy – Gezielt gegen Krebs

Wirkstoffe wie Bevacizumab oder Cetuximab fallen mit ihrer Wirkungsweise unter den Begriff Targeted Therapy, was so viel wie "gezielte Therapie" bedeutet. Sie blockieren gezielt bestimmte Botenstoffe, die der Tumor ausschüttet und stören so die Signalübertragung, oder sie richten sich gegen typische Oberflächenstrukturen der Krebszellen.

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