Startseite > Überaktive Blase (Reizblase)
Autor: Onmeda-Redaktion
Die überaktive Blase ist ein Komplex von Symptomen. Die Erkrankung zeichnet sich in erster Linie durch sehr plötzlich auftretenden, zwingenden Harndrang aus, der schon auftreten kann, wenn die Blase nur wenig gefüllt ist. Die Betroffenen müssen dann sofort die Toilette aufsuchen.
Damit verbunden sind andere Symptome, wie häufiges Wasserlassen, wobei beim Toilettengang lediglich eine geringe Menge Harn ausgeschieden wird (sog. Pollakisurie) sowie möglicherweise auch nächtliches Wasserlassen (Nykturie). Dabei kommt es zu mehr als acht Blasenentleerungen pro Tag und mehr als zwei Unterbrechungen des Nachtschlafes aus diesem Grund. Das Beschwerdebild betrifft mehrheitlich Frauen, aber auch Männer.
Eine überaktive Blase kann unterschiedlich ausgeprägt sein. In den meisten Fällen verspüren Betroffene ständig einen starken oder gar schmerzhaften Impuls, Harn abgeben zu müssen. Einige haben das Gefühl, den Urin nicht mehr halten zu können beziehungsweise verlieren unfreiwillig Harn (sog. Dranginkontinenz).
Unterscheiden von der Drangsymptomatik und damit von der überaktiven Blase muss man die Beschwerden, die dazu führen, dass bei körperlicher Anstrengung oder ruckartigen Bewegungen wie zum Beispiel beim Husten, Lachen, Niesen, Heben oder Tragen unvermittelt Urin abgeht (sog. Belastungsinkontinenz). Es gibt auch Mischformen.
Im Gegensatz zu einer Blasenentzündung (Zystitis), die ähnliche Beschwerden hervorruft, sind bei einer überaktiven Blase keine Bakterien, Leukozyten oder Proteine im Urin vorhanden.
Im gleichen Maße wie die Blasenfunktion gestört ist, sinkt die Bewegungsfreiheit und die Lebensqualität der Betroffenen. Sie haben ständig das Gefühl, eine Toilette aufsuchen zu müssen. Hinzu kommt die Sorge, die Toilette nicht mehr rechtzeitig zu erreichen und unkontrolliert Urin zu verlieren.
Vielen Betroffenen fällt es schwer, über ihre Beschwerden zu sprechen. Dabei sind sie mit ihrem Problem nicht allein: In Deutschland sind Millionen Erwachsene an einer überaktiven Blase erkrankt und auch jüngere Menschen sind betroffen. Viele suchen aus Schamgefühl jedoch keinen Arzt auf, obwohl es in vielen Fällen Therapie-Möglichkeiten gäbe.
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