Startseite > Reizdarm-Syndrom (RDS) > Definition
Stand: 19. Mai 2009Autor: Onmeda-Redaktion
Das Reizdarm-Syndrom (RDS) beschreibt eine funktionelle Störung des Verdauungstrakts. Funktionell bedeutet, dass die Funktion eines Organs beeinträchtigt ist, sich aber keine erkennbare Ursache an dem Organ finden lässt, die die Beschwerden erklären könnte. So ergibt etwa eine Darmspiegelung beim Reizdarm keinen krankhaften Befund – eine Entzündung oder anderweitig verändertes Gewebe (z.B. ein Tumor) liegen nicht vor.
Auch Laboruntersuchungen sind unauffällig. In einigen Fällen dauert es eine gewisse Zeit, bis sich tatsächlich herausstellt, dass eine funktionelle Störung hinter den Symptomen steckt. Es empfiehlt sich daher, etwas Geduld mitzubringen und eng mit dem Arzt zusammenzuarbeiten.
In der Fachsprache heißt das Reizdarm-Syndrom auch Colon irritable, irritables Kolon oder Reizkolon.
Beim Reizdarm-Syndrom treten nachts in der Regel keine Beschwerden auf; Betroffene wachen also nicht auf, weil sie Durchfall haben. Auch dies unterscheidet den Reizdarm von entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, bei denen durchaus auch nachts Beschwerden auftreten.
Schätzungsweise sind in Europa zwischen 20 und 30 Prozent der Bevölkerung vom Reizdarm-Syndrom betroffen, dabei Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Circa die Hälfte aller Menschen mit Magen-Darm-Beschwerden hat ein Reizdarm-Syndrom.
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