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Grippe: Vorbeugen

Stand: 16. Januar 2013Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Einer Grippe (Influenza) können Sie am besten durch eine Grippeschutzimpfung vorbeugen. Da die Influenzaviren ständig ihre Struktur ändern und Sie deshalb in der nächsten Grippesaison nicht mehr ausreichend geschützt sind, ist es ratsam, die Impfung jährlich erneuern zu lassen. Die empfohlenen Impfstoffe stellen eine Mischung dar, die gegen verschiedene Grippeviren wirksam sind. Der aktuelle Impfstoff gegen Grippe enthält auch Teile des Schweinegrippe-Virus und kann deshalb auch vor der Schweinegrippe (bzw. Neue Grippe) schützen.

Die Grippeimpfung erfolgt am besten vor Beginn der Grippesaison, vorzugsweise im Zeitraum von Oktober bis November. Mit der Impfung gegen Grippe können gesunde Menschen unter 60 Jahren einer Erkrankung zu 90 Prozent wirksam vorbeugen oder aber zumindest einen milden, komplikationsarmen Verlauf der Influenza erreichen. Bei Menschen höheren Alters ist die Schutzwirkung geringer. Trotzdem ist es gerade für über 60-Jährige wichtig, sich jedes Jahr gegen Grippe impfen zu lassen, um das Risiko für eine schwer verlaufende Grippeerkrankung gering zu halten. Ein grippaler Infekt (Erkältung) lässt sich durch eine Grippeschutzimpfung allerdings nicht verhindern.

Für folgende Personengruppen kann eine vorbeugende Impfung gegen Grippe sinnvoll sein:

  • für Personen über 60 Jahre
  • für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (bei erhöhter Gesundheitsgefahr wegen einer anderen Grunderkrankung ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel)
  • für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung infolge eines Grundleidens wie chronische Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, chronischen neurologischen Erkrankungen wie multiple Sklerose, Immunschwäche, HIV-Infektion
  • für Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
  • für Menschen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko, zum Beispiel medizinisches und pflegendes Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr
  • für Menschen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln (schützt zwar nicht vor der Vogelgrippe, kann aber einer gleichzeitigen Infektion durch menschliche Grippeviren und Vogelgrippeviren vorbeugen)
  • für jeden, wenn (aufgrund von Erfahrungen in anderen Ländern) eine Grippeepidemie oder ein neuer Virustyp zu erwarten ist und hierfür schon ein Impfstoff zur Verfügung steht

Unter bestimmten Umständen kann auch eine Influenza-Prophylaxe mit Neuraminidasehemmern erfolgen: Eine vorbeugende Behandlung mit diesen Medikamenten kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn bei Ihnen wegen einer Vorerkrankung eine Schutzimpfung nicht möglich ist oder wenn Ihr Impfschutz (z.B. wegen eines geschwächten Immunsystems) gering ist. Auch für bestimmte Personengruppen (wie medizinisches Personal) bietet sich – wenn zum Beispiel ein wirksamer Impfstoff gegen ein neues Grippevirus (noch) fehlt – diese Prophylaxe-Maßnahme an. Allerdings ist die vorbeugende Wirkung von Neuraminidasehemmern umstritten: Dass zum Beispiel Oseltamivir das Ansteckungsrisiko senkt, ist nicht sicher nachgewiesen. Daher ist zum Vorbeugen der Virusgrippe die Impfung die Maßnahme der ersten Wahl.

Wenn Sie schon eine Grippe haben, können Sie ihrer Ausbreitung vorbeugen, indem Sie eine Ansteckung Ihrer Mitmenschen und somit neue Grippefälle vermeiden. Dazu ist es wichtig, dass Sie:

  • beim Niesen und Husten Ihre Nase und Ihren Mund bedecken (dabei nicht in die nackte Hand husten oder niesen, sondern z.B. in die Armbeuge),
  • sich regelmäßig die Hände waschen,
  • statt Stofftaschentüchern Papiertaschentücher verwenden und
  • benutzte Einweg-Papiertaschentücher direkt entsorgen.

Pneumokokken-Schutzimpfung

Neben der Impfung gegen Grippe (Influenza) ist für bestimmte Personengruppen eine Pneumokokken-Schutzimpfung empfehlenswert, die einer Lungenentzündung durch Pneumokokken wirksam vorbeugen kann. Die Pneumokokken-Schutzimpfung ist wichtig für:

  • Menschen ab dem 60. Lebensjahr
  • Säuglinge bis zum 24. Lebensmonat
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer schweren Grunderkrankung

Weiterlesen: Grippe: Weitere Informationen

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