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13.02.2013

Schlucken gesunde Menschen Selen als Nahrungsergänzung, riskieren sie eine Vergiftung. Magendarmprobleme und Schwächegefühl können die Folge sein. Dabei ist der Nutzen zusätzlicher Selengaben bisher umstritten.
Wer zu viel Selen einnimmt, kann davon Magendarmbeschwerden, Haarausfall und Nagelveränderungen bekommen. Auch Abgeschlagenheit, Reizbarkeit und Nervenirritationen sind möglich. Darauf weist Prof. Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) hin. Außerdem steige das Risiko für Diabetes Typ 2. Selen nehmen gesunde Menschen normalerweise in ausreichendem Maß über Lebensmittel wie Fleisch, Meeresfrüchte, Fisch, Milch- und Getreideprodukte auf.
Ob extra Selen nötig ist, sollten Patienten immer mit ihrem Arzt besprechen. Laut Schatz besteht der Verdacht, dass Fehlgeburten, Unfruchtbarkeit bei Männern, Gemütsschwankungen, Alzheimer, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und entzündliche Gelenkerkrankungen mit einem Selenmangel zusammenhängen. Allerdings habe sich bislang nicht gezeigt, dass sich diese Erkrankungen mit zusätzlichen Selengaben verhindern lassen oder bessern. Umstritten sei auch, ob therapeutisch eingesetztes Selen bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse wirklich nötig ist.
Die vorsorgliche Einnahme von Selen-Präparaten verhindert laut Schatz keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen – und sie bessern sich dadurch auch nicht. Der Experte beruft sich auf die Ergebnisse einer aktuellen Metaanalyse der internationalen Forschervereinigung Cochrane, die Studien mit rund 20.000 Teilnehmern ausgewertet hat.
Düsseldorf (dpa/tmn)
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