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27.07.2010: Wenn Kinder auf stumm schalten

Kleines Mädchen liegt in den Armen der Mutter

Hyperaktivität bei Kindern ist ein bekanntes Phänomen. Eher unauffällig, und daher bisher auch kaum bekannt, ist dagegen der selektive Mutismus – eine psychische Störung, bei der die Kinder konsequent schweigen.

Experten schätzen, dass mindestens sieben von 1.000 Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter an der Sprechhemmung leiden, berichtet die Techniker Krankenkasse (TK). Da Mutismus aber oftmals mit Schüchternheit verwechselt wird, sei die Dunkelziffer vermutlich noch wesentlich höher.

"Schüchterne Kinder sind in ungewohnten Situationen ebenfalls oft gehemmt, im Gegensatz zu mutistischen Kindern entscheiden sie sich aber bewusst für die Zurückhaltung, während Kinder mit selektivem Mutismus unbewusst auf stumm schalten", erklärt Heiko Schulz, Psychologe bei der TK.

Zuhause redeten mutistische Kinder dagegen oftmals extrem viel, als hätten sie Nachholbedarf. Deshalb fielen Eltern oft aus allen Wolken, wenn sie von Lehrern oder Erziehern hören, dass das Kind selbst auf direkte Ansprache nicht reagiere. Wichtig sei deshalb, das Umfeld der Kinder zu informieren. "Denn je verständnisvoller das Umfeld damit umgeht, desto leichter fällt es den betroffenen Kindern, die Situationen zu meistern."

Quellen:

Hamburg (dpa)

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