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Stand: 28. April 2009Autor: Onmeda-Redaktion
Eine gesunde Ernährung ist für alle Diabetiker von großer Bedeutung. Besonders Menschen mit Diabetes Typ 2 können davon profitieren. Häufig ist Übergewicht eine Ursache der Erkrankung. Mithilfe einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung kann das Körpergewicht gesenkt werden, was zu einer Verbesserung der Zuckerwerte im Blut beiträgt. Viele Diabetiker können auf diese Weise ihren Tabletten- beziehungsweise Insulinbedarf deutlich reduzieren.
Diabetesgerechte Ernährung bedeutet durchaus nicht automatisch eine strenge Diät. So muss ein Diabetiker nicht zwangsläufig auf Süßigkeiten oder Alkohol verzichten. Eine ausgewogene Ernährung, wie sie für Stoffwechselgesunde empfohlen wird, ist auch für Diabetiker gesund. Um in Beruf und Freizeit leistungsfähig zu sein, benötigt ein Diabetiker genauso wie ein Gesunder eine Kalorienzufuhr, die der körperlichen Tätigkeit angemessen ist.
Wichtig ist, dass die mit der Nahrung zugeführten Kalorien vom Körper auch verwertet werden können und Kohlenhydrate nicht als Harnzucker wieder ausgeschieden werden. Mehrere kleine Mahlzeiten (fünf bis sechs) am Tag sind besser als wenige große, weil der Insulinbedarf dann geringeren tageszeitlichen Schwankungen unterliegt.
Als günstig hat sich eine fettarme Kost in Verbindung mit viel Obst und Gemüse erwiesen. Vollkornprodukte führen zu einer langsameren Freisetzung von Kohlenhydraten und tragen auf diese Weise dazu bei, einen gleichmäßigeren Blutzuckerspiegel zu gewährleisten. Nahrungsmittel, die leicht resorbierbare Kohlenhydrate wie reine Glukose oder Kochzucker enthalten, sind dagegen eher zu meiden, da sie zu einem raschen Anstieg des Blutzuckerspiegels führen. Allerdings müssen Diabetiker keinesfalls gänzlich darauf verzichten. Erlaubte Süßstoffe sind Saccharin, Cyclamat und Aspartam, sowie die Zuckeraustauschstoffe Fruktose und Xylit.
Eiweiß (fettarmes Fleisch, Fisch, pflanzliche Eiweiße) sollte zehn bis 15 Prozent der Gesamtkalorienmenge ausmachen. Falls Nierenschäden auftreten, sollte der Eiweißkonsum jedoch eingeschränkt werden.
Um eine gute Nierendurchspülung zu gewährleisten, sollten Diabetiker auf eine ausreichende Trinkmenge (mindestens 1,5 Liter täglich) achten. Kaffee und schwarzer beziehungsweise grüner Tee eignen sich jedoch nicht, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken, da sie vor allem harntreibend wirken und den Körper somit "austrocknen", was gleich bedeutend mit erhöhten Konzentrationen schädlicher Substanzen ist.
Der Alkoholkonsum sollte auf ein gelegentliches Glas niedrigprozentigen Alkohol wie Bier oder Wein beschränkt bleiben. Zwar kann geringer Alkoholgenuss die Gefäße vor Arteriosklerose schützen, gleichzeitig steigt jedoch die Gefahr einer Unterzuckerung. Zu Bier oder Wein sollten daher immer ein paar Kohlenhydrate gegessen werden.
Bewegung ist vor allem für den Typ-2-Diabetiker neben einer gesunden Ernährung die zweite gute Möglichkeit, aktiv etwas gegen die Erkrankung zu tun. Muskelarbeit steigert den Energieverbrauch, verbessert die Empfindlichkeit der Zellen für Insulin und führt so zu einer Senkung des Blutzuckers. Eine regelmäßige aktive Bewegung wie tägliche längere Spaziergänge (mindestens 45 Minuten) ist daher wärmstens zu empfehlen. Zur Gewichtsreduktion ist Sport unersetzlich. Allgemein gilt: Jedes Kilo Übergewicht, das abgenommen wird, verbessert den Blutzucker, bremst den Diabetes und beugt Spätschäden vor.
Allerdings sollte die körperliche Betätigung nicht übertrieben werden. Plötzliche sportliche Höchstbelastungen bei sonst eher geringer körperlicher Aktivität können der Blutzuckereinstellung sogar eher schaden als nutzen und unter Umständen zu einer Entgleisung des Gesamtstoffwechsels führen. Am besten wird mit dem Arzt besprochen, welche sportlichen Aktivitäten und welche Belastungsintensität im Einzelfall gesund sind. Wenn bereits Folgeschäden des Diabetes wie Koronare Herzkrankheit, Niereninsuffizienz oder ein diabetischer Fuß aufgetreten sind, können sich Einschränkungen ergeben. Der Marathonlauf mag nicht für jeden Diabetiker das richtige sein; es findet sich doch in jedem Fall eine geeignete Sportart, die sicher und gewinnbringend betrieben werden kann.
Bei Diabetikern, die Insulin spitzen oder Sulfonylharnstoffe einnehmen, besteht ein gewisses Risiko auf Unterzuckerung beim Sport. Bei kurz dauerndem Training kann der Hypoglykämie mit einer Zwischenmahlzeit vorgebeugt werden. Bei länger dauernden Anstrengungen muss zusätzlich die Insulindosis angepasst werden. Sportler kennen durch viele Messungen und Erfahrung die Reaktion ihres Köpers auf Belastungen genau und können ihren Zuckerstoffwechsel auch unter extremen Bedingungen gut kontrollieren.
Kinder leiden meist an einem Diabetes mellitus Typ 1. Stark übergewichtige Kinder können jedoch auch schon an einem Typ-2-Diabetes erkranken. Die Zeit nach der Diagnosestellung kann für die betroffenen Kinder sehr schwierig sein und sie brauchen viel Zuwendung und Aufmerksamkeit, um die Angst zu verlieren. Viele Kinder lehnen sich zunächst gegen die Krankheit auf und reagieren mit Aggression oder depressiven Verstimmungen. Auch Schuldgefühle können auftreten. Wenn die Widerstände gegen eine Akzeptanz der Erkrankung sehr groß sind, kann professionelle Hilfe von einem Kinderpsychologen ratsam sein.
Für eine effektive Therapie ist die Mitarbeit des Kinds unerlässlich. Eltern können die Stoffwechselkontrolle kaum selbst übernehmen und sollten die Verantwortung für den Diabetes so früh – und so behutsam – wie möglich auf das Kind übertragen. Typ-1-Diabetiker, die schon als Kinder erkrankten, haben den Diabetes meist perfekt in ihr Leben integriert und werden kaum dadurch beeinträchtigt.
Diabetiker führen, abgesehen von der notwendigen Therapie, ein vollkommen normales und beschwerdefreies Leben. In ihrer Arbeitsfähigkeit sind sie daher nicht eingeschränkt. Wegen des Risikos einer plötzlichen Unterzuckerung gibt es dennoch einige Einschränkungen bei Berufen mit hohem Gefahrenpotenzial. Zu den Berufen, die wegen Fremd- oder Eigengefährdung nicht ausgeübt werden dürfen, gehören die berufliche Personenbeförderung, beruflicher Waffengebrauch (Soldaten, Polizisten) und Überwachungsfunktionen mit alleiniger Verantwortung für das Leben anderer (z.B. Fluglotsen).
Außerdem sind Arbeiten nicht geeignet, bei denen Diabetiker sich nicht um ihre Stoffwechselkontrolle kümmern können. Beispielsweise bei Arbeiten in schwierigem, unzugänglichem Gelände oder unter großer Hitze oder Kälte könnte die Lagerung des Insulins problematisch sein. Schutzkleidung kann die regelmäßige Insulin-Gabe unmöglich machen (z.B. bei Tauchern oder Gefahrstoffentsorgern).
Wenn eine gute Stoffwechselkontrolle vom Diabetiker nachgewiesen werden kann (in Form eines ärztlichen Gutachtens), dürfen jedoch auch kritische Berufe ausgeübt werden. Dazu gehören die Tätigkeit als Taucher, Arbeiten in großer Höhe (z.B. Dachdecker), Arbeiten an gefährlichen Maschinen (z.B. Hochöfen) und Arbeiten im Schicht-, Akkord- oder Nachtdienst.
Die Kollegen eines Diabetikers sollten über dessen Erkrankung Bescheid wissen, um im Notfall, zum Beispiel bei einer Unterzuckerung die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können. Diabetiker sind berechtigt, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen, der einen besseren Kündigungsschutz, Extra-Urlaub und steuerliche Vergünstigungen ermöglicht.
Ob Durchfall, Fieber oder Erkältung: Wenn Diabetiker krank werden, ist eine sorgfältige Blutzuckerkontrolle besonders wichtig. Bei Menschen mit Diabetes kann es bei einer zusätzlichen Erkrankung zu gefährlichen Stoffwechselentgleisungen kommen. Um derartige Komplikationen zu vermeiden, ist es hilfreich, im Krankheitsfall einige Tipps zu beachten:
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