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Stand: 28. April 2009Autor: Onmeda-Redaktion
Die beiden Typen des Diabetes mellitus sind von ihrer Entstehung her ganz unterschiedliche Erkrankungen.
Etwa fünf Prozent der Diabetiker sind Typ-1-Diabetiker. Da der Typ-1-Diabetes in der Regel in einem jugendlichen Alter beginnt, wurde er früher auch als juveniler (jugendlicher) Diabetes bezeichnet. Heute wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung handelt, die durch bestimmte Erbfaktoren und durchgemachte Virusinfektionen begünstigt wird.
Bis auf wenige Ausnahmen tragen alle Typ-1-Diabetiker spezielle Merkmale auf ihren weißen Blutkörperchen (HLA-Merkmale DR 3 und DR 4). Deshalb wird eine genetische Veranlagung (Prädisposition) für die Erkrankung angenommen. Die vererbbaren Merkmale befinden sich auf dem kurzen Arm des Chromosoms Nr. 6. Allerdings gibt es viele Menschen, die diese Erbinformationen tragen und dennoch nicht an Diabetes mellitus erkranken. Es wird deshalb davon ausgegangen, dass zusätzlich zu den Erbanlagen auch bestimmte Virusinfektionen zum Ausbruch der Krankheit beitragen. Als auslösende Viren kommen vor allem Masern-, Mumps- und Grippeviren in Betracht. Ein solcher Virusinfekt kann bei bestimmten Personen eine so genannte Autoimmunreaktion auslösen, bei der Antikörper gegen körpereigenes Gewebe, in diesem Fall gegen die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse, gebildet werden. Diese Inselzellantikörper (ICA) führen schließlich zu einer vollständigen Zerstörung der Insulin bildenden Zellen.
Erst nachdem etwa 80 Prozent der Inselzellen verschwunden sind, tritt der Diabetes mit seinen typischen Beschwerden in Erscheinung. Zwischen dem Beginn der Erkrankung und dem Auftreten der ersten Symptome können Wochen, Monate oder auch Jahre vergehen. Häufig kommt es nach Beginn der Insulintherapie zu einer erheblichen Besserung des Zustands. Der Betroffene befindet sich dann in der so genannten Remissionsphase, in der nur wenig Insulin von außen benötigt wird. Tatsächlich schreitet der Krankheitsprozess fort, bis schließlich alle Inselzellen zerstört sind und kein eigenes Insulin mehr gebildet wird. Beim Typ-1-Diabetes liegt also von Anfang an ein echter (absoluter) Insulinmangel vor. Daher ist die Insulingabe die einzige Therapie, die zu einer Besserung der Beschwerden führt.
Der Typ-1-Diabetes mellitus wird mit einer Wahrscheinlichkeit von drei bis fünf Prozent von der Mutter oder dem Vater auf die nachfolgende Generation vererbt. Sind beide Eltern Typ-1-Diabetiker, steigt das Risiko auf etwa 20 Prozent. Geschwister von diabetischen Kindern haben ein eigenes Erkrankungsrisiko von mindestens zehn Prozent. Bei eineiigen Zwillingen liegt das Risiko für das Geschwister eines Betroffenen bei 35 Prozent.
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