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Stand: 28. April 2009Autor: Onmeda-Redaktion
Alpha-Glukosidasehemmer: Guar-Präparate quellen im Darm stark auf und erzeugen ein Völlegefühl. Dadurch wird weniger gegessen und entsprechend weniger Kohlenhydrate gelangen in Darm und Blut. Die Alpha-Glukosidasehemmer Acarbose und Miglitol verhindern, dass Glukosemoleküle im Darm aufgespalten und ins Blut aufgenommen werden. Als unerwünschte Nebenwirkung können Blähungen auftreten, die im Laufe der Behandlung jedoch weniger werden. Beide Medikamente führen zu einer Verzögerung der Glukoseaufnahme im Darm und verhindern so Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten.
Sulfonylharnstoffe erhöhen die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse. Häufig sprechen Typ-2-Diabetiker zunächst gut auf eine Therapie mit Sulfonylharnstoffen an. Mit fortschreitender Erkrankung, wenn die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zunehmend erschöpft sind, lässt ihre Wirkung in der Regel jedoch nach und es muss zusätzlich Insulin gespritzt werden. Bei der Einnahme von Sulfonylharnstoffen müssen Diabetiker auf eine regelmäßige Ernährung achten, da ohne Kohlenhydratzufuhr gefährliche Unterzuckerungen entstehen können. Als Nebenwirkung kann es zu einer Gewichtszunahme kommen.
Biguanide erhöhen die Glukoseverwertung in den Zellen, zum Beispiel in der Muskulatur. Zusätzlich hemmen sie die körpereigene Herstellung von Glukose aus anderen Stoffwechselprodukten wie den Proteinen (Glukoneogenese). Ein bekannter Vertreter der Biguanide ist das Metformin. Vor allem bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern wird Metformin regelmäßig eingesetzt. Als Nebenwirkung kann es zu Appetitlosigkeit, Übelkeit, Brechreiz und Durchfällen kommen. Bei Nierenerkrankungen dürfen Biguanide nicht eingenommen werden.
Glinide steigern wie die Sulfonylharnstoffe die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse, ihr Wirkmechanismus ist jedoch ein anderer. Glinide senken den Zuckerspiegel zwar weniger stark als die Sulfonylharnstoffe, ihre Wirkung setzt dafür sehr schnell ein. Sie werden unmittelbar vor dem Essen eingenommen und können je nach Größe der Mahlzeit dosiert werden. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Essen weniger stark an. Wie die Sulfonylharnstoffe können auch die Glinide nur wirken, solange die Inselzellen noch in der Lage sind, Insulin zu produzieren. Als Nebenwirkungen sind Magenbeschwerden und Unterzuckerungen möglich.
Glitazone erhöhen die Insulinempfindlichkeit in Leber-, Muskel- und Fettgewebe und senken so den Blutzuckerspiegel. Auf die Insulinsekretion haben sie keinen Einfluss. In Deutschland werden die Glitazone als Monotherapie oder in Kombination mit Sulfonylharnstoffen oder Metformin verschrieben. Es gibt Hinweise darauf, dass die Glitazone, wenn sie frühzeitig eingesetzt werden, die Entstehung des Typ-2-Diabetes verzögern können, da die Bauchspeicheldrüse entlastet wird. Als Nebenwirkungen sind in manchen Fällen Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) möglich.
Inkretin-Mimetika: Die Wirkstoffe Exenatide und Sitagliptin sorgen dafür, dass die Anzahl bestimmter Darmhormone, die Inkretine, ansteigt. Inkretine sind für die Regulierung der Insulinfreisetzung zuständig und bewirken unter anderem eine vermehrte Freisetzung von Insulin aus den Beta-Zellen nach dem Essen noch bevor die Blutzuckerwerte ansteigen.
Exenatide ist ein Inkretin-Mimetikum – also ein Wirkstoff, der die Wirkung von Inkretin nachahmt –, welches die Insulinsekretion steigert und die Sekretion von Glukagon hemmt. Bislang liegen allerdings noch keine Langzeitdaten zur Wirkung von Exenatide vor. Als Nebenwirkungen können Übelkeit und Durchfall auftreten.
Sitagliptin ist ein so genannter DDP-IV-Inhibitor. Der Wirkstoff hemmt das Darmenzym Dipeptidyl-Peptidase-4 (DDP-IV), welches das körpereigene Hormon Glucagon-like-Peptide-1 (GLP-1) abbaut, das normalerweise die Produktion und Freisetzung von Insulin stimuliert.
Sowohl Exenatide als auch Sitagliptin werden in Kombination mit anderen Wirkstoffen wie beispielsweise Metformin eingesetzt, wenn diese nicht ausreichend wirken.
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