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Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Therapie

Stand: 28. April 2009Autor: Onmeda-Redaktion

Die Therapie des Diabetes mellitus richtet sich unter anderem danach, ob ein Typ-1- oder ein Typ-2-Diabetes vorliegt. Eine Heilung in dem Sinne, dass die Erkrankung völlig verschwindet, ist bei Diabetes mellitus nicht möglich. Mit der Therapie kann der Blutzuckerspiegel jedoch gut kontrolliert werden, so dass Diabetiker ein völlig beschwerdefreies Leben führen können. Auch die Folgeerkrankungen und Spätschäden des Diabetes lassen sich mit konsequenter Blutzuckerkontrolle vermeiden. Bei der Diabetestherapie kommt dem Betroffenen die entscheidende Rolle zu, da dieser die wesentlichen Therapiemaßnahmen des Diabetes in seinem persönlichen Alltag dauerhaft und eigenverantwortlich umsetzen muss.

Typ-1-Diabetes

Beim Typ-1-Diabetes liegt ein absoluter Insulinmangel vor. Die fehlenden Hormone der Bauchspeicheldrüse müssen also lebenslang von außen durch Injektionen ersetzt werden. Die Insulinbehandlung beginnt unmittelbar im Anschluss an die Diagnosestellung. Eine Therapie mit oralen Antidiabetika wäre unwirksam, da sie auf eine vermehrte Insulinausschüttung der Inselzellen abhebt, die beim Typ-1-Diabetes jedoch ihre Funktion bereits verloren haben.

Typ-2-Diabetes

Häufig liegt dem Diabetes mellitus eine ungesunde Ernährungsweise verbunden mit Übergewicht oder Fettleibigkeit zugrunde. In vielen Fällen kann der gestörte Glukosestoffwechsel dann noch mit einer Umstellung der Lebensgewohnheiten normalisiert werden. Dazu gehört vor allem eine Reduktion des Übergewichts, viel körperliche Bewegung und eine ausgewogene, kohlenhydratreduzierte Ernährung.

Reichen diätetische Maßnahmen nicht aus, den Blutzuckerspiegel entscheidend zu senken, können zusätzlich Medikamente (orale Antidiabetika) eingesetzt werden. Ist die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse schließlich erschöpft oder wirken die Tabletten nur unzureichend, wird auf eine Insulintherapie umgestellt. Alternativ zum Normalinsulin werden bei bestimmten Therapien auch so genannte Insulinanaloga verwendet, bei denen im Gegensatz zum Normalinsulin einige Aminosäuren ausgetauscht wurden.

Stufentherapie bei Typ-2-Diabetes

Stufe 1 Umstellung der Ernährungsweise. Das Ziel ist eine Gewichtsreduktion. Außerdem Bewegungstherapie, und Rauchfreiheit. Werden alle Ziele erreicht, ist oft keine Behandlung mit Medikamenten nötig.
Stufe 2 Bei übergewichtigen Diabetikern zusätzliche Gabe von Metformin. Bei Normalgewicht werden Sulfonylharnstoffe bevorzugt.
Stufe 3 Sinkt der Blutzuckerspiegel nicht in ausreichender Form, wird zusätzlich ein zweites Medikament eingesetzt. Gängige Kombinationen bei Überwichtigen sind: Metformin + Acarbose oder Sulfonylharnstoff oder Glinid oder Glitazone. Bei Normalgewichtigen werden Sulfonylharnstoffe mit Alpha-Glucosidasehemmern oder Glitazonen kombiniert. Neue Medikamente sind Inkretin-Mimetika (Exenatide und Sitagliptin), die mit Metformin oder Sulfonylharnstoffen (nur Exenatide) kombiniert werden können.
Stufe 4 Lässt sich der Blutzuckerspiegel mit Tabletten alleine nicht mehr zufriedenstellend regulieren, wird die Behandlung durch Insulin ergänzt.
Stufe 5 Wenn die Insulinproduktion erschöpft ist, wird auf reine Insulintherapie umgestellt.

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