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Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Folgeerkrankungen

Stand: 28. April 2009Autor: Onmeda-Redaktion

Diabetische Mikroangiopathie

Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen besonders die kleinen Blutgefäße. Dabei werden Gefäßwände durchlässig und Blutungen können auftreten. Darüber hinaus kommt es an den Gefäßwänden zu Verdickungen, die Gefäßverschlüsse mit entsprechenden Durchblutungsstörungen verursachen können. Die diabetische Mikroangiopathie ist vor allem an der Netzhaut des Auges (Retina) und an den Nieren häufiger und hat dort schwerwiegende Erkrankungen zur Folge.

Diabetische Retinopathie

Aufgrund der diabetischen Gefäßschäden kommt es bei lange Zeit schlecht eingestelltem Diabetes mellitus zu Durchblutungsstörungen der Netzhaut. Die Folge davon sind Veränderungen des Augenhintergrunds mit Narbenbildungen, die zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung führen können. 30 Prozent der Erblindungen in Europa gehen auf eine diabetische Retinopathie zurück. Etwa 90 Prozent der Typ-1-Diabetiker und 25 Prozent der Typ-2-Diabetiker erkranken nach 15 Jahren zumindest an einer milden Form der diabetischen Retinopathie.

Diabetische Nephropathie

Auch die Nieren werden durch die diabetische Mikroangiopathie und die damit verbundenen Durchblutungsstörungen bei lange Zeit schlecht eingestellten Blutzucker-Werten geschädigt. Diese Nierenschädigung kann zu einem Nierenversagen (Niereninsuffizienz) führen und eine regelmäßige künstliche Blutwäsche (Dialyse) notwendig machen. Als Folge starker Nierenschädigung kann sich ein Bluthochdruck (Hypertonie) entwickeln. In Europa und USA sind bis zu 50 Prozent aller Dialyse-Patienten Diabetiker.

Diabetische Neuropathie

Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen vor allem die kleinen Nerven und führen zu Gefühlsstörungen. Betroffene klagen über brennende Schmerzen in den Füßen (burning feet syndrome). Auch die Temperaturwahrnehmung kann gestört sein, sodass ein Gefühl kalter Füße entsteht. Nach zehn Jahren Krankheitsdauer leidet bereits die Hälfte aller Diabetiker an Nervenschäden.

Diabetischer Fuß

Nervenschäden und Durchblutungsstörungen in den Füßen führen zu offenen, schlecht heilenden Wunden und Geschwüren (diabetische Gangrän), die Amputationen notwendig machen können. Schon kleine Verletzungen können langwierige Beschwerden machen. Ältere Diabetiker sollten daher täglich ihre Füße auf Druckstellen und Einrisse kontrollieren und sofort zum Arzt gehen, falls sie solche entdecken. Auf bequeme Schuhe und sanfte Fußpflege sollte man daher besonderen Wert legen. Der diabetische Fuß betrifft rund 25 Prozent der älteren Diabetiker.

Diabetische Makroangiopathie

Diabetes mellitus beschleunigt in erheblichem Ausmaß die Arteriosklerose an den größeren Blutgefäßen. Vor allem in Verbindung mit erhöhten Blutfettwerten, hohem Blutdruck, Übergewicht und Nikotingenuss erhöht sich das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Koronare Herzerkrankung und Durchblutungsstörungen der Beine (periphere arterielle Verschlusskrankheit).

Erektionsprobleme und Regelstörungen

Nervenschäden und Durchblutungsstörungen können auch die Ursache von Potenzproblemen, Störungen der sexuellen Erregbarkeit und Erektionsschwierigkeiten sein. Bei Frauen kann die Monatsblutung ausbleiben.

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