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Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Diagnose

Stand: 28. April 2009Autor: Onmeda-Redaktion

Ein Diabetes mellitus kann mittels Blutzucker- und Urinzucker-Bestimmungen diagnostiziert werden.

Blutzucker

Der Blutzucker liegt normalerweise nüchtern unter 110 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) im Blutserum (bzw. 126 mg/dl im Blutplasma) und steigt nach dem Essen auf maximal 140 mg/dl an. Für einen Diabetes mellitus sprechen entweder klassische Symptome und ein Gelegenheits-Blutzuckerwert von über 200 mg/dl, oder die wiederholte Bestätigung des Gelegenheits-Blutzuckerwerts von über 200 mg/dl, oder ein Nüchtern-Blutzuckerwert von über 110 mg/dl im Blutserum (bzw. 126 mg/dl im Blutplasma), oder ein oGTT-2-h-Wert von über 200 mg/dl.

Harnuntersuchungen

Glukosurie: Ab einem Blutzucker von etwa 180 mg/dl wird die so genannte Nierenschwelle für Glukose überschritten, bei der der Körper beginnt, überschüssige Glukose über den Urin auszuscheiden. Bei Schwangeren liegt diese Nierenschwelle etwas niedriger. Dieser ausgeschiedene Zucker kann mithilfe von Glukose-Teststreifen im Harn nachgewiesen werden. Glukose im Urin ist ein Hinweis auf Diabetes mellitus. In der Schwangerschaft gesunder Frauen können geringe Mengen Glukose vorkommen; durch weitere Untersuchungen sollte dann aber ein Gestationsdiabetes ausgeschlossen werden.

Ketonurie: Wenn die Zellen aufgrund eines Insulinmangels keinen Zucker verwerten können, ernähren sie sich von so genannten Ketonkörpern, einem Produkt des Kohlehydratstoffwechsels in der Leber. Bei schlechter diabetischer Stoffwechsellage tauchen sie auch im Urin auf (Ketonurie) und können ebenfalls mit einem einfachen Teststreifen nachgewiesen werden.

Glukosetoleranztest

Werden bei der ersten Kontrolle Blutzuckerwerte im Grenzbereich festgestellt, kann ein Glukosetoleranztest (oGTT) zur Klärung durchgeführt werden. Beim oGTT erhält der Patient morgens nüchtern (zehn bis 16 Stunden ohne Nahrung, Alkohol und Rauchen) nach der ersten Blutentnahme 75 Gramm Glukose in 250 bis 300 ml Wasser gelöst. Diese Lösung muss innerhalb von fünf Minuten langsam getrunken werden. Zu Beginn (Stunde 0) und zwei Stunden wird Blut entnommen.

Beim Nicht-Diabetiker liegen die Blutzuckerwerte im Plasma nüchtern unter 100 mg/dl und zwei Stunden nach dem Test unter 200 mg/dl. Eine abnorme Nüchternglukose (IFG) liegt vor bei Werten unter 90 bis maximal 110 mg/dl, und eine gestörte Glukosetoleranz (IGT) bei einem oGTT-2-h-Wert von über 140 bis maximal 200 mg/dl.

Ein Diabetes mellitus liegt vor, wenn die Werte für den Nüchternblutzucker im Blutserum mindestens 110 mg/dl oder mehr (bzw. im Blutplasma mindestens 126 mg/dl oder mehr) und für den oGTT-2-h-Wert über 200 mg/dl betragen. Bei Schwangeren liegen die Grenzwerte für den oGTT niedriger.

HbA1c-Wert

Für die Einschätzung des Zuckerstoffwechsels über einen längeren Zeitraum eignet sich der HbA1c-Wert. Dieser gibt den Prozentanteil des mit Glukose verbundenen roten Blutfarbstoffs an, der normalerweise bei vier bis sechs Prozent (20 bis 42 mmol/l) liegt und direkt vom Blutzucker abhängt. Mit dem HbA1c-Wert lässt sich die Blutzuckereinstellung der letzten acht bis zwölf Wochen beurteilen. Für eine gut verlaufende Therapie sollte der HbA1c unter sieben Prozent (unter 53 mmol/l), optimalerweise unter 6,5 Prozent (unter 48 mmol/l) liegen.

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