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Stand: 1. Mai 2008Autor: Onmeda-Redaktion
Haare werden durch unter der Haut liegende Haarfollikel produziert. Bei entsprechender Veranlagung haben diese Follikel eine erhöhte Anzahl an Rezeptoren für männliche Hormone. Das Geschlechtshormon Testosteron ist maßgeblich an der Produktion von Dihydrotestosteron (DHT) beteiligt. Und eben jenes DHT entwickelt einen negativen Einfluss auf den Haarfollikel – mit dem Resultat einer verkürzten Wachstumsphase im Haarzyklus. Die Beschleunigung des Haarzyklus durch eine Verkürzung der Anagenphase führt dazu, dass Haare und Haarfollikel kontinuierlich dünner werden. Das komplette Verschwinden des Haarfollikels ist schließlich das Endresultat.
Eine Störung im Bereich der männlichen Hormone wird so zur Hauptursache für Haarausfall. Tatsächlich ist der hormonell-erbliche Haarausfall (Alopecia androgenetica, androgenetische Alopezie) mit 95 Prozent die häufigste Form von Haarausfall bei Männern.
Umfang und Verlauf des Haarausfalls hängen maßgeblich von der individuellen Veranlagung, dem Alter und den männlichen Sexualhormonen ab. So ist etwa der Zeitpunkt, ab dem die Haarfollikel empfindlich gegen DHT werden, je nach Veranlagung verschieden. Ebenso ist genetisch festgelegt, in welchem Maß der Haarfollikel auf DHT überempfindlich reagiert. Es gilt: Je später der Haarausfall einsetzt, desto langsamer ist auch der Verlauf.
Die Neigung zum Haarausfall wird laut wissenschaftlicher Studien über die Mutter weitervererbt. Das Gen für den Androgen-Rezeptor liegt auf dem X-Chromosom. Männer erben das X-Chromosom immer von ihrer Mutter. In vielen Fällen schlagen Männer daher eher nach ihrem Großvater mütterlicherseits als nach ihrem Vater. Zu der Erkrankung trägt aber nicht nur eine Erbanlage bei. Die Forscher betonen außerdem, es gebe Hinweise auf weitere Gene, die unabhängig vom elterlichen Geschlecht vererbt werden. Mitunter vererbt sich die Veranlagung zum Haarausfall daher auch direkt vom Vater auf den Sohn.
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