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Autor: Onmeda-Redaktion
"Kann man wirklich über Nacht ergrauen?"
Auf Klassenfahrten werden sie gern erzählt, um eine unheimliche Stimmung zu verbreiten, und auch unter Erwachsenen führen sie häufig zu einem mulmigen Gefühl: Geschichten von Personen, die buchstäblich über Nacht ergraut sind. Nach wie vor erfreuen sich derartige Erzählungen über Menschen, die zum Beispiel aufgrund eines Schocks ihre bisherige Haarfarbe verloren haben, großer Beliebtheit. Doch was ist wirklich dran an der Behauptung, man könne über Nacht ergrauen?
Betrachtet man diese These aus wissenschaftlicher Sicht, wird schnell klar, dass ein derartig schnelles Ergrauen nicht möglich ist. Jedes Haar besteht aus einzelnen Farbteilchen, den Pigmenten, welche die individuelle Haarfarbe ausmachen – und die kann man nicht von heute auf morgen verlieren.
Dennoch gibt es immer wieder Berichte über Personen, die augenscheinlich von jetzt auf gleich ihre Haarfarbe verloren haben. Die Erklärung hat jedoch nichts mit einem plötzlichen Ergrauen zu tun, sondern mit einem sehr raschen Ausfall vieler pigmentierter Haare, die empfindlicher sind als farbloses Haar. Hat eine Person sowohl farblose als auch farbige Haare auf dem Kopf, kann ein Ausfall der farbigen Haare dazu führen, dass fast nur noch pigmentlose Haare übrig bleiben – man bekommt den Eindruck, die Person sei über Nacht ergraut. Dieses Phänomen kann zum Beispiel beim sogenannten Kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) auftreten.
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