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Wüssten Sie’s?

Autor: Onmeda-Redaktion

Medizinische Fragen einfach erklärt

Stimmt’s oder stimmt’s nicht? "Anabolika lassen die Hoden schrumpfen!"

Eingeölte Männer, die in knappen Höschen grinsend ihre Muskeln präsentieren – dieses Bild geben zumindest die besonders zeigefreudigen und ehrgeizigen Bodybuilder ab, die auf Wettbewerben ihre bronzefarbenen Körper zur Abstimmung stellen. Beim Zuschauer kommt schnell der Verdacht auf, dass nicht nur hartes Training und Fleiß die Muckis haben wachsen lassen. Könnten die Athleten nicht mit Anabolika etwas nachgeholfen haben?

Ein muskulöser Mann spannt seinen Arm an.

Sehr wohl. Denn trotz der Tatsache, dass Anabolika als gefährlich gelten und in vielen Fällen illegal sind, schlucken oder spritzen etliche Sportler und Fitnessbegeisterte die Mittelchen. Viele "Hobbypumper" tun es, um im Fitnesscenter bei den Kollegen eine bessere Figur abzugeben; Profisportler dopen, um ihre Leistung zu verbessern. Klar ist: Wer Anabolika nimmt, wünscht sich mehr Muskeln und mehr Kraft.

Doch welches gesundheitliche Risiko gehen Sportler ein, wenn sie mit Anabolika nachhelfen? Bekommen sie Akne? Leidet ihre Leber unter den Substanzen? Droht gar Unfruchtbarkeit? Um einen Punkt herauszugreifen: Bei einer Sorte von Anabolika, den anabolen Steroiden, handelt es sich um künstlich hergestellte Abkömmlinge des männlichen Geschlechtshormons Testosteron. Wer auf sie zurückgreift, stört den fein regulierten Haushalt der Geschlechtshormone, der vor allem auf einem Rückkopplungsmechanismus zwischen den Keimdrüsen – beim Mann den Hoden – und der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) basiert.

Steigt durch die äußere Zufuhr die Konzentration der Geschlechtshormone im Blut, schüttet die Hirnanhangdrüse weniger Hormone aus, die normalerweise die Hoden stimulieren. Die Folge: Die Hoden schrumpfen und produzieren weniger Spermien, all das schränkt die Fruchtbarkeit ein. Und es existieren viele weitere Beispiele für Nebenwirkungen. Anabole Steroide, die immer mal wieder im Zusammenhang mit Doping in den Medien auftauchen, sind zum Beispiel die Wirkstoffe Nandrolon und Stanozolol. Sie – und alle anderen Anabolika – sollten nur zum Einsatz kommen, wenn ein Arzt sie für einen speziellen medizinischen Zweck verordnet hat.

Wer darüber nachdenkt, seine Muskeln mit Medikamenten in Form zu bringen, sollte sich bewusst sein, wie sehr er seinem Körper damit schadet – und lieber die Finger davon lassen. Nicht zu vergessen auch die ästhetische Komponente. Für viele Frauen gilt in Sachen Muskeln beim Partner eher das Motto: Durchtrainiert? Ja, bitte! Aufgepumpt? Nein, danke!

Signatur Fabian Weiland
Dr. med. Fabian Weiland (Chefredakteur)

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