Startseite > Aktuelles > Im Fokus > Jahresrückblick: Ereignisse aus der Medizin 2009 > Neue Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission
Stand: 23. Dezember 2009Autor: Onmeda-Redaktion
Keuchhusten (Pertussis) ist vor allem für Säuglinge lebensbedrohlich. 70 Prozent aller Erkrankungen treten allerdings bei Erwachsenen auf. Dies führt zu vermehrten Arztbesuchen und möglichen Gesundheitsrisiken. Aus diesem Grund empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts in Berlin, dass sich auch Erwachsene einmalig gegen Keuchhusten impfen lassen. Ein Einzelimpfstoff gegen Keuchhusten steht nicht zur Verfügung – die Impfung muss also in Verknüpfung mit anderen Impfungen erfolgen. Die STIKO rät Erwachsenen, die nächste fällige Impfung gegen Diphtherie und Tetanus zum Anlass zu nehmen, sich auch gegen Keuchhusten impfen zu lassen. Dies geschieht einmalig mit einer Dreier-Kombinationsimpfung.
Seit 2004 empfiehlt die STIKO die Windpocken- oder Varizellenimpfung. Neuerdings kommt die Empfehlung einer zweiten Impfung im Alter von 15 bis 23 Monaten hinzu, um Ausbrüche und Erkrankungen trotz Impfung zu verhindern und die Ansteckungsgefahr und die Ausbreitung des Virus einzuschränken – bislang wurde auf diese mögliche zweite Impfung lediglich hingewiesen.
Personen über 60 Jahren wird seit Jahren eine Impfung gegen Pneumokokken mit dem Polysaccharidimpfstoff empfohlen. Die bislang im Abstand von 5 Jahren erfolgende Wiederholungimpfung gegen Pneumokokken soll nun laut STIKO nur noch bei bestimmten Krankheitsbildern erfolgen. Dazu gehören zum Beispiel angeborene oder erworbene Formen von Abwehrschwäche.
Für alle Kinder bis 24 Monate empfiehlt die STIKO seit 2006 generell eine Impfung gegen Pneumokokken.
Im August 2009 hat das Robert Koch-Institut seine Empfehlungen bezüglich der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs bestätigt. Bisherige Studien konnten eine hohe Wirksamkeit des Impfstoffes gegen die Humanen Papillomviren (HPV), die im Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs stehen, nachweisen. Eine allgemeine Impfempfehlung gegen HPV für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren besteht seitens der STIKO seit dem Frühjahr 2007.
Am 29. September gab die EU-Kommission in Brüssel die Impfstoffe "Focetria" und "Pandemrix" gegen die Schweinegrippe frei. Am 06. Oktober folgte die Zulassung des Impfstoffs Celvapan. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts in Berlin hat sich Anfang Oktober 2009 für eine Impfempfehlung ausgesprochen. Seit dem 26. Oktober konnten sich die ersten Personen in Deutschland gegen das H1N1-Virus impfen lassen – die Schweinegrippe-Impfung ist freiwillig und steht jedem kostenlos zur Verfügung. Bestimmte Risikogruppen wie medizinisches Personal oder Menschen mit Vorerkrankungen sollten die Impfung jedoch vorrangig erhalten.
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