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Hustendämpfende Mittel

Wirkstoffgruppe || Quellen (Stand: 26. Mai 2011)

auch bezeichnet als:
Antitussiva; Hustenblocker; hustenstillende Mittel

Folgende Wirkstoffe sind der Wirkstoffgruppe "hustendämpfende Mittel" zugeordnet

Anwendungsgebiete dieser Wirkstoffgruppe

Hustendämpfende Mittel lindern einen übermäßigen Hustenreiz. Dabei ist es nicht nur für eine erholsame Nachtruhe wichtig, den Husten zu dämpfen. Denn ein starker Husten kann neben Schmerzen in Brust oder Rachen auch zu einem Ohnmachtsanfall, Atemnot, Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen, Rippenbrüchen oder vorübergehender Harninkontinenz führen.

Häufig werden hustendämpfende Mittel bei trockenem (schleimlosen) Reizhusten, einem typischen Symptom von Erkältungskrankheiten, eingenommen. Es gibt aber auch Erkrankungen, die dauerhaft von einem Reizhusten begleitet sind. Zu diesen Erkrankungen gehören Asthma bronchiale oder Krebserkrankungen der Lunge.

Hustendämpfende Mittel können das Erkennen solcher Erkrankungen wie Asthma oder Lungenkrebs erschweren, weil sie das Warnsymptom Husten unterdrücken. Deshalb sollten hustendämpfende Mittel nie unkritisch über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Als Faustregel gilt: Jeder über 14 Tage anhaltende Husten bedarf unbedingt einer ärztlichen Abklärung.

So wirken hustendämpfende Mittel

Hustendämpfende Mittel können an unterschiedlichen Orten wirken:
  • im Hustenzentrum des Gehirns
  • an der Schleimhaut der Bronchien und der Lunge
  • an den zwischengeschalteten Nervenbahnen (zwischen Hustenzentrum und Lunge).
Im Hustenzentrum wirkende Mittel sind die drei chemisch verwandten Wirkstoffe Codein, Dihydrocodein und Hydrocodon. Dabei ist die hustendämpfende Wirkung des Hydrocodons stärker als die des Codeins. Die Einnahme dieser Wirkstoffe kann jedoch zu einer Abhängigkeit führen. Sie sind deshalb verschreibungspflichtig. Für Hydrocodon muss der Arzt sogar ein Betäubungsmittelrezept ausstellen.

Auch die Wirkstoffe Noscapin und Dextromethorphan sind zentral wirksame Hustendämpfer. Ihre Einnahme verursacht aber keine Abhängigkeit. Daher sind diese Wirkstoffe rezeptfrei erhältlich.

Direkt an den Schleimhäuten von Lunge und Bronchien entfalten Wirkstoffe wie Dropropizin ihre Wirkung. Auch pflanzliche Wirkstoffe wie isländisches Moos-Trockenextrakt sind dieser Gruppe zuzuordnen. Sie lindern den Husten, indem sie einen schützenden Film über die Schleimhäute legen.

Der Wirkstoff Pentoxyverin dämpft Husten sowohl über das Hustenzentrum (zentrale Wirkung) als auch direkt in der Lunge.

An den zwischengeschalteten Nervenbahnen wirkt Benproperin. Im Gegensatz zu den zentral wirksamen Hustendämpfern regt dieser Wirkstoff die Atmung an. Daher darf er auch bei gestörter Atmung wie beim Asthma eingesetzt werden.

Die Auswahl des geeigneten hustendämpfenden Mittels sollte sich immer zunächst an Begleiterkrankungen orientieren. So ist bei vielen Erkrankungen wie dem Asthma die Einnahme von Wirkstoffen, die das Hustenzentrum dämpfen, nicht erlaubt. Unabhängig davon sollten pflanzliche Wirkstoffe aufgrund ihrer Verträglichkeit immer bevorzugt werden. Ihre Wirkstärke ist jedoch begrenzt. Muss auf eine raschere und zuverlässigere hustendämpfende Wirkung Wert gelegt werden, sind daher Wirkstoffe wie Benproperin und Pentoxyverin zu empfehlen. Die stärkste Wirkung aller hustendämpfenden Mittel haben die verschreibungspflichtigen Wirkstoffe, die das Hustenzentrum dämpfen.



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