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Statine

Wirkstoffgruppe || Quellen (Stand: 28. Oktober 2010)

auch bezeichnet als:
Cholesterin-Synthese-Enzym-Hemmer; Cholesterol-Synthese-Hemmer; CSE-Hemmer; HMG-CoA-Reduktasehemmer

Folgende Wirkstoffe sind der Wirkstoffgruppe
"Statine" zugeordnet

Anwendungsgebiete dieser Wirkstoffgruppe

Hauptursache für Herzinfarkt und Schlaganfall sind Gefäßverschlüsse aufgrund einer Atherosklerose. So nennt man eine Erkrankung, bei der es zunehmend zu Ablagerungen in den Blutgefäßen kommt. Umgangssprachlich wird die Erkrankung auch "Arterienverkalkung" genannt, obwohl es sich bei den Ablagerungen nicht um Kalk handelt. Sie bestehen vor allem aus Cholesterin und Blutfetten. Je höher die Konzentration an diesen Stoffen im Blut ist, umso größer das Risiko für die Entwicklung einer Atherosklerose. Die Vererbung spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Zwar wird die Anlage zur so genannten Hypercholesterinämie vererbt, meist ist es jedoch eine falsche Lebensführung, die zum Ausbruch der Störung führt. Hohe Cholesterinwerte sind dann die Folge zu fettreicher Ernährung, von Bewegungsmangel und Übergewicht. Nur wenige Menschen haben trotz richtiger Ernährung und schlanker Figur hohe Cholesterinwerte.

Die Absenkung der überhöhten Cholesterin- und Blutfettspiegel stellt eine der grundlegenden Vorbeugemaßnahmen gegen Atherosklerose dar. Konnte durch eine Cholesterin- und fettarme Diät sowie eventuell eine Gewichtsabnahme keine ausreichende Senkung des erhöhten Cholesterinspiegels im Blut erreicht werden, verwendet man Statine zur medikamentösen Behandlung.

Ein spezielles Einsatzgebiet haben Statine bei Patienten nach einer Organtransplantation. Um die Abstoßung des neuen Organs zu verhindern, muss bei den Betroffenen das Immunsystem künstlich unterdrückt werden. Als Nebenwirkung erhöht sich ihr Blutfettgehalt. Damit die Patienten dadurch nicht noch eine Atherosklerose bekommen, wird der Cholesterinspiegel mit Statinen abgesenkt.

Zur Gruppe der Statine gehören die Substanzen Simvastatin, Fluvastatin, Lovastatin, Pravastatin und Atorvastatin.

So wirken Statine

Die Blutfette Cholesterin und Triglyceride sind wichtige Substanzen für die Herstellung vieler körpereigener Stoffe. So ist Cholesterin ein wichtiger Bestandteil der Zellmembranen und ein Grundbaustein für viele Hormone.

Die Blutfette (Lipide) werden im Blut an bestimmte Eiweiße (Proteine) gebunden und bilden mit ihnen zusammen so genannte Lipoproteine. Je nach Art der enthaltenen Fette beziehungsweise nach Größe und Aufbau der Proteine unterscheidet man drei verschiedene Gruppen dieser Lipoproteine:
  • Günstig für den Körper ist Cholesterin, wenn es an das Lipoprotein HDL (high density lipoprotein) gebunden ist. Solches Lipoprotein hoher Dichte vermag sogar Cholesterin aus schon erfolgten Ablagerungen zu entfernen. Es transportiert das Cholesterin weg von der Arterienwand in die Zellen, wo es verarbeitet wird.
  • Schlechte Auswirkungen hat dagegen Cholesterin, wenn es an die Lipoproteine LDL oder VLDL gebunden ist (low density lipoprotein, very low density lipoprotein). Aus solchen Verbindungen lagert es sich bevorzugt in den Blutgefäßen ab.
  • Gefährlich sind auch die Triglyceride, welche ohne besondere Transportproteine, aber als kleine Fettkügelchen durch die Gefäße treiben.
LDL, VLDL und Triglyceride sollten bestimmte Blutkonzentrationen nicht überschreiten (LDL unter 130 Milligramm, Triglyceride unter 150 Milligramm pro Deziliter Blut). Das schützende HDL sollte dagegen den Wert von 40 Milligramm pro Deziliter Blut nicht unterschreiten.

Die Cholesterinkonzentration im Blut wird zu etwa 40 Prozent von der Aufnahme mit der Nahrung bestimmt. Diese Nahrungszufuhr lässt sich durch diätetische Maßnahmen verringern. Andererseits stammt aber 60 Prozent des Cholesterins aus der körpereigenen Produktion in der Leber. Bei Ernährungsfehlern oder erblicher Hypercholesterinämie ist diese Cholesterin-Herstellung gesteigert, kann aber mit Statinen verringert werden. Eine Schlüsselrolle in der Herstellung des Cholesterins in der Leber nimmt das Enzym HMG-CoA-Reduktase ein. Eine Hemmung dieses Enzyms drosselt die Cholesterin-Produktion erheblich. Genau das aber bewirken die Statine: Sie sind Cholesterin-Synthese-Hemmer (CSE-Hemmer). Wird nur noch wenig Cholesterin hergestellt, sinkt der Cholesteringehalt der Körperzellen. Als Reaktionen darauf nehmen sie mehr LDL- und VLDL-Cholesterin sowie Triglyceride aus dem Blut auf. Der Blutspiegel dieser Blutfettsorten sinkt, während die Konzentration an schützendem HDL im Blut eher steigt.

Die gemeinsame Einnahme von Statinen mit Ciclosporin kann zu schweren Fällen der Muskelerkrankung Rhabdomyolyse führen. Ist die gleichzeitige Gabe der Wirkstoffe nicht zu vermeiden, müssen die Statine vom Arzt schwächer dosiert werden.

Allen Vertretern der Wirkstoffgruppe der Statine scheint eine schädliche Wirkung auf die Nerven gemeinsam zu sein, die sich besonders an den Beinen zeigt. Taubheitsgefühle, brennende Mißempfindungen oder Muskelzuckungen sind die Zeichen. Bei solchen Symptomen ist die Behandlung mit einem Statin sofort zu beenden. Besonders gefährdet sind Diabetiker, weil der Arzt die geschilderten Beschwerden häufig einer Nervenschädigung durch die Zuckerkrankheit (diabetische Neuropathie) zuordnet und das verursachende Stastin nicht abgesetzt wird.






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