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Mittel gegen Haarausfall

Wirkstoffgruppe || Quellen (Stand: 16. Oktober 2007)

auch bezeichnet als:
Mittel gegen Alopezie

Folgende Wirkstoffe sind der Wirkstoffgruppe "Mittel gegen Haarausfall" zugeordnet

Anwendungsgebiete dieser Wirkstoffgruppe

Mittel gegen Haarausfall kommen zum Einsatz, wenn der Verlust von Haaren über ein Normalmaß hinausgeht. Als Faustregel gilt, dass man natürlicherweise etwa 100 Haare am Tag verliert. Zu beachten ist, dass diese Menge bei langen Haaren natürlich größer erscheint.

Haarverlust hat sehr unterschiedliche Ursachen. Er kann sich auf das ganze Kopfhaar verteilen oder ist als so genannter kreisförmiger Haarausfall (Alopezia areata) auf bestimmte Flecken beschränkt.

Je nach Ursache des Haarausfalls kommen verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz:
  • Tritt der Haarausfall wegen einer Schilddrüsenunterfunktion auf, werden Schilddrüsenhormone zur Behandlung dieser ursächlichen Erkrankung eingesetzt.
  • Auch örtliche Infektionen mit Bakterien und Pilzen können zu Haarausfall führen, der sich mit entsprechender Therapie der Grunderkrankung bessert.
  • Im Rahmen einer Schuppenflechte auf dem Kopf kann es durch Bildung von dicken Hornschichten und Entzündungsvorgänge zum Haarausfall kommen. Hier müssen je nach Krankheitsgrad äußerlich anzuwendende Mittel gegen Schuppenflechte oder innerlich wirkende Mittel gegen Schuppenflechte zum Einsatz kommen. Mit Besserung der Erkrankung wächst das Haar wieder nach.
  • Haarausfall während Diäten zur Gewichtsabnahme oder sonstigen eingeschränkten Ernährungsformen kann das Zeichen für einen Nährstoffmangel sein. Er ist durch die Gabe von Multivitaminpräparaten mit Spurenelementen zu bessern.
  • Eine Chemotherapie, die die Krebszellen an der Vermehrung hindert, stoppt auch die normalerweise sehr schnelle Zellteilung in den Haarwurzeln. So kommt es zu starkem Haarausfall bis zur Glatzenbildung. Nach Absetzen der Krebsmedikamente beginnt das Haar allerdings wieder zu sprießen.
  • Nach einer Geburt ist Haarausfall bei der Mutter durch die hormonelle Umstellung bedingt. Eine Behandlung ist meistens nicht nötig, da sich der Zustand im allgemeinen nach einigen Wochen normalisiert.
  • Der typisch "männliche" Haarausfall an der Stirn und am Hinterkopf (androgene Alopezie) entsteht durch eine erhöhte Empfindlichkeit der Haare gegenüber dem männlichen Sexualhormon 5-Dihydrotestosteron. Hier werden unterschiedliche Wirkstoffe eingesetzt, um der ursächlichen Hormonstörung entgegenzuwirken: Antiandrogene und Finasterid nimmt man in Tablettenform ein. Östrogene können sowohl eingenommen wie örtlich als Lösung auf der Kopfhaut verwendet werden. Ausschließlich äußerlich kommt Alfatradiol zum Einsatz.
  • Ist die Ursache für den Haarausfall nicht bekannt, kommen allgemeine Mittel gegen Haarausfall zum Einsatz. So stoppt beispielsweise das örtlich angewendete Minoxidil den Haarverlust und regt neue Haare zum Wachsen an.


So wirken Mittel gegen Haarausfall

Alle Haare tragen an ihrer Wurzel Bindungsstellen (Rezeptoren) für das Androgen 5-Dihydrotestosteron, das im Körper aus dem männlichen Hormon Testosteron entsteht. Beim "männlichen" (androgenetischen) Haarausfall ist erblich bedingt sowohl die Zahl der Rezeptoren an den Haarwurzeln als auch die Menge an 5-Dihydrotestosteron im Blut erhöht. Alle dagegen eingesetzten Medikamente, Antiandrogene, Östrogene und Finasterid sind Gegenspieler des 5-Dihydrotestosterons. Sie heben seine Wirkungen auf. Bei den innerlich anwendbaren Wirkstoffen ist mit zum Teil auch unerwünschten Effekten auf den ganzen Körper zu rechnen. Daher sollte immer zuerst eine örtliche Behandlung versucht werden.

Der genaue Wirkungsmechanismus von Minoxidil bei der Behandlung der androgenetischen Alopezie ist nicht bekannt. Ursprünglich als Blutdrucksenker entwickelt, fiel die haarwuchsfördernde Wirkung des Minoxidil erst während der klinischen Prüfungen auf. Minoxidil regt nicht die Haarbildung insgesamt an, sondern das Wachstum der so genannten Flaum- oder Unterbehaarung. Dadurch aber wirkt das gesamte Haar etwas voller. Da Minoxidil nur örtlich und auf verhältnismäßig kleiner Fläche angewendet wird, ist mit Nebenwirkungen auf den Kreislauf oder Blutdruck kaum zu rechnen.


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