Diuretika

Wirkstoffgruppe || Quellen (Stand: 20. März 2017)

auch bezeichnet als:
Entwässerungsmittel

Folgende Wirkstoffe sind der Wirkstoffgruppe "Diuretika" zugeordnet

Anwendungsgebiete dieser Wirkstoffgruppe

Diuretika kommen immer dann zum Einsatz, wenn Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) vorliegen. Ein Diuretikum ist ein Wirkstoff, der die Ausschwemmung von Wasser aus dem Körper durch die Niere fördert. Was ursprünglich die Wasseransammlung bewirkt hat, ist dabei relativ unwichtig. So können Wassereinlagerungen beispielsweise bei Herzmuskelschwäche, Bluthochdruck sowie Funktionsstörungen der Nieren oder bei Leberzirrhose entstehen. Diese wiederum behindern die Tätigkeit der Lunge (Lungenödem) und des Herzens. Auch bei Vergiftungen werden Diuretika zur Ausschwemmung der Gifte benutzt.

Bei leichteren Wassereinlagerungen wird man zunächst eine Behandlung mit pflanzlichen Wirkstoffen versuchen. Dazu gehören Brennnessel, Goldrutenkraut, Hauhechelwurzel, Hauhechelwurzel + Orthosiphonblätter, Löwenzahnkraut, Birkenblätter + Schachtelhalmkraut.

Drei Wirkstoffgruppen chemischer Entwässerungsmittel stehen heute für stärkere Wassereinlagerungen zur Verfügung: Schleifendiuretika wie Furosemid, Torasemid, Bumetanid, Etacrynsäure und Piretanid, Thiazide und Thiazidartige Entwässerungsmittel wie Hydrochlorothiazid (HCT), Chlorthalidon, Xipamid und Indapamid sowie kaliumsparende Diuretika wie Amilorid, Triamteren, Spironolacton, Kaliumcanrenoat und Eplerenon.

So wirken Diuretika

Schleifendiuretika verhindern im Nierengewebe die Wiederaufnahme von Natriumchlorid und Kalium. Ort der Wirkung ist die sogenannte Henle’schen Schleife. Mit den Mineralien wird das daran gebundene Wasser ausgeschieden. So wirken Furosemid, Torasemid, Bumetanid, Etacrynsäure und Piretanid.

Thiazide und Thiazidartige Diuretika wie Hydrochlorothiazid (HCT), Chlorthalidon, Xipamid und Indapamid wirken über mehrere Mechanismen. Auch sie verhindern die Wiederaufnahme von Natriumchlorid, vermehren aber auch die Menge des Urins, der durch die Niere filtriert wird.

Kaliumsparende Diuretika wie Amilorid, Triamteren, Spironolacton, Kaliumcanrenoat und Eplerenon verhindern die vermehrte Kalium-Ausscheidung mit dem Urin, fördern aber die Ausscheidung von Natriumchlorid und dem daran gebundenen Wasser.

Für die pflanzlichen Diuretika Brennnessel, Goldrutenkraut, Hauhechelwurzel, Goldrutenkraut, Löwenzahnkraut, Orthosiphonblätter, ihre diversen Kombinationen sowie Birkenblätter + Schachtelhalmkraut sind die Wirkungsmechanismen nicht geklärt. Man vermutet aber, dass Inhaltsstoffe wie Flavonoide und ätherische Öle die vermehrte Wasserausscheidung fördern.




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