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Benzimidazole

Wirkstoffgruppe || Quellen (Stand: 18. Februar 2008)

Folgende Wirkstoffe sind der Wirkstoffgruppe
"Benzimidazole" zugeordnet

Anwendungsgebiete dieser Wirkstoffgruppe

Die Behandlung von bestimmten Wurmerkrankungen ist das Haupteinsatzgebiet der Benzimidazole. Sie wirken gegen unterschiedliche Wurmarten, die sich beim Menschen in verschiedenen Organsystemen aufhalten und dort Beschwerden verursachen können. Die folgende Aufstellung gibt einen Überblick über die möglichen Orte des Befalls, die damit verbundenen Symptome und die Möglichkeit der Diagnose:
  • Am häufigsten sind bei uns Wurmerkrankungen im Darm. Sie werden von Bandwürmern, Madenwürmern, Spulwürmern, Peitschen- und Fadenwürmern verursacht. Die Parasiten lösen dort Krankheitssymptome wie Durchfall und Bauchschmerzen aus. Charakteristisch für Wurmerkrankungen besonders bei Kindern ist auch starker Juckreiz im Bereich des Afters, der vor allem nachts auftritt. Meist können der Befall und die Art der beteiligten Würmer durch eine Stuhlprobe aufgedeckt werden.
  • Durch Würmer wie die Leberegel oder auch den Fuchsbandwurm können Lebererkrankungen verursacht werden. Die Würmer wandern aus dem Darm in die Leber und die darin befindlichen Gallengänge. Sie können zu erheblichen Funktionsstörungen mit Bauchschmerzen, Durchfall, Leberentzündung (Gelbsucht) und Wasseransammlungen im Bauchraum (Aszites) führen. Außerdem ruft die Wurmbesiedelung Wucherungen in den Gallengängen hervor. So wird vermutlich auch die Entstehung bösartiger Tumoren der Gallengänge begünstigt. Über einen Befall der Leber kann meist erst eine Gewebeentnahme (Biopsie) Gewißheit geben.
  • Bei Befall der Lunge mit Lungenegeln wandern die Würmer vom Darm in die Lunge und bilden dort große Zysten. Husten, blutiger Auswurf und Brustschmerzen sind dann die Folge. Über das Blut können die Würmer auch in andere Organe gelangen und dort entsprechende Symptome erzeugen. In Röntgenaufnahmen der Lunge zeigen sich die Zysten als Verschattungen.
  • In die Muskulatur gelangen die Trichinen genannten Parasiten über infiziertes Fleisch, das mit ihren Eiern verseucht ist. Die Art der Beschwerden richtet sich nach dem Umfang des Befalls. Neben Verdauungsbeschwerden und Durchfall verursacht das Eindringen der Larven in die Muskeln Rheuma-artige Schmerzen und Fieber. Es kann zu einer Schwellung des Gesichts kommen. Außerdem können durch Befall der Zunge Sprechbeschwerden und durch Befall der Muskulatur, der Brust und des Zwerchfells Atembeschwerden auftreten. Die zuverlässigste Diagnosemethode ist in einem solchen Fall auch hier eine Gewebeentnahme.
Die drei Wirkstoffe gegen die genannten Wurmerkrankungen sind:
  • Mebendazol ist das Mittel der Wahl bei Befall mit Peitschenwürmern.
  • Albendazol wird gegen den Fuchsbandwurm (Echinokokkose) eingesetzt. Die Substanz ist auch gegen Spulwürmer, Hakenwürmer, Peitschenwürmer und Trichinen wirksam.
  • Tiabendazol ist Mittel der Wahl gegen Zwergfadenwürmer und Trichinen, es wird aber auch bei Peitschenwurmbefall gebraucht.
Ein weiteres Anwendungsgebiet für Benzimidazole ist der Lichtschutz. Hierzu gehört Ensulizol (2-Phenylbenzimidazol-5-Sulfonsäure), das sich in Sonnencremes findet.

So wirken Benzimidazole

Als Wurmmittel gebraucht, stören die Benzimidazole den Stofftransport im Wurm. Genauer gesagt: Weil diese Wirkstoffe kleine Stützeiweiße (Mikrotubuli) der Wurmzellen lahmlegen, können die Wurmzellen keinen Zucker mehr aufnehmen. Zucker aber ist als Hauptlieferant von Energie für einen Wurm überlebenswichtig. Indem die Aufnahme des energiespendenden Zuckers unterbunden wird, können die Würmer mit den befallenen Organen nicht mehr in Wechselwirkung treten und sterben ab.

Benzimidazole wirken fast ausschließlich nur auf den Stoffwechsel der Würmer und werden praktisch nicht durch die Darmwand in den allgemeinen Körperkreislauf aufgenommen. Sie weisen daher im normalen Behandlungszeitraum von wenigen Tagen kaum allgemeine Nebenwirkungen auf. Soll ein Wurmbefall der Leber bekämpft werden, müssen die Benzimidazole ungefähr einen Monat angewendet werden. Erst dann erreichen sie im Lebergewebe ausreichende Konzentrationen zur Abtötung bestimmter Wurmarten. Allerdings können sie auch Nebenwirkungen in der Leber auslösen. Daher ist bei einer längeren Behandlungsdauer ärztliche Kontrolle erforderlich.

Die Sonnenschutzwirkung der Benzimidazole kommt durch ihre chemische Struktur zustande. Sie löscht gewissermaßen die hautschädigenden Anteile (im Falle der Benzimidazole vorwiegend UV-B-Strahlen) aus dem Lichtspektrum, das auf die Haut trifft, aus. Als Sonnenschutz werden die Benzimidazole äußerlich auf die Haut aufgetragen und sind oft mit weiteren lichtschützenden Stoffen kombiniert.






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